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Deutscher Handel mit Russland boomt trotz verzögerter Modernisierung

06.02.12 AHK-Russland-News, Pressemeldungen, Global News

Nach einem Exportrekord 2011 erwarten deutsche Unternehmen auch für 2012 gute Geschäfte / WTO-Beitritt sorgt für zusätzliche Impulse; Geschäftsklima-Umfrage zeigt bestehende Defizite im russischen Modernisierungsprozess auf / Kritik an Bürokratie und Korruption; Über 100 Unternehmen unterstützen Compliance-Initiative der AHK.

Geschäftsklima-Umfrage Russland

Der Ost-Ausschuss und die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer stellten gemeinsam in Berlin eine aktuelle Geschäftsklima-Umfrage unter deutschen Unternehmen in Russland vor. 

Demnach gehen 71 Prozent der befragten deutschen Unternehmen 2012 von einer positiven Entwicklung der russischen Wirtschaft aus. „Allein durch den WTO-Beitritt Russlands rechnen wir mit zusätzlichen Impulsen für die deutsche Wirtschaft in Höhe von jährlich zwei Milliarden Euro“, sagte der Ost-Ausschuss-Vorsitzende Eckart Cordes in Berlin.

Michael Harms, Vorstandsvorsitzender der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK), betonte, dass die deutschen Unternehmen außerordentlich erfolgreich am russischen Markt agierten: „Der beste Beweis ist die Rekordhandelsbilanz 2011. Die Steigerung macht auch deutlich, wie stark die russische Wirtschaft in die Modernisierung investiert, denn vor allem private russische Unternehmen kaufen deutsche Maschinen und Anlagen."

„Trotz teilweise verbesserungswürdiger Rahmenbedingungen gibt es hohe Erwartungen an das Marktpotential", sagte Harms. „Dafür spricht die 2011 wieder

deutlich gestiegene Zahl deutscher Unternehmen in Russland, die jetzt bei

über 6.300 liegt.“ Wie groß das Vertrauen der deutschen Unternehmen in die zukünftige Entwicklung Russlands sei, zeigten auch die hohen Investitionen in Produktionsstätten, die sich erst langfristig amortisieren: 49 Prozent der durch Ost-Ausschuss und AHK befragten Unternehmen planen in den nächsten zwölf Monaten Investitionen in Russland. 64 Prozent wollen ihr Personal in Russland aufstocken und über 880 Millionen Euro investieren.

Modernisierungsprozess

Unzufrieden sind die Unternehmen allerdings mit dem Verlauf der Modernisierung in Russland: Nur 41 Prozent haben hier im vergangenen Jahr Fortschritte beobachtet.

Den größten Reformbedarf sehen die Firmen bei den Themen Bürokratieabbau, gefolgt vom Thema Korruption. Dann folgen Zoll- und Visa-Fragen.

35 Prozent der Unternehmen sind der Ansicht, dass die russische Bürokratie die Modernisierungsbemühungen bremst. 28 Prozent sagen, dass ein schlüssiges Modernisierungskonzept fehlt und weitere 24 Prozent bemängeln das Fehlen eines politischen Wettbewerbs im Land. 

Gefragt nach einer möglichen dritten Amtszeit von Wladimir Putin als Präsident, antworteten 30 Prozent der Unternehmen, dass dies positiv für die Entwicklung der Wirtschaft sei, 25 Prozent befürchten negative Auswirkungen, während 45 Prozent dadurch keine wesentlichen Änderungen des Geschäftsklimas erwarten.

„Die Protestbewegung, die es seit den Dumawahlen gibt, trägt dazu bei, dass es in Russland nun einen echten Wettstreit der Ideen gibt“, sagte Cordes. Dies könne den Modernisierungsprozess beschleunigen. „Wichtig ist, dass die Demonstrationen friedlich bleiben und die Präsidentschaftswahl im März frei und fair verläuft.“ 

Vorgestellt wurde in Berlin auch die Compliance-Initiative, die die AHK zusammen mit russischen und internationalen Partnern vor zwei Jahren gestartet hatte. Mittlerweile haben sich dieser Initiative gegen Korruption im russischen Geschäftsalltag mehr als 100 Unternehmen angeschlossen und damit ein deutliches Zeichen für fairen und sauberen Wettbewerb gesetzt. 

Transparentere Vorgaben wünschen sich die Unternehmen beim Thema Lokalisierung und bei staatlichen Ausschreibungen in Russland. Hier werden weiterhin hohe Markteintrittshürden und eine Benachteiligung ausländischer Unternehmen beobachtet.

Kontakt: Jens Böhlmann

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