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Industrie-Messe Innoprom: Digitalisierung der russischen Wirtschaft bietet große Chancen für deutsche Unternehmen

10.07.17 Pressemeldungen, AHK-Russland-News, AHK-Mitglieder-News

Bis 2024 will Russland seine Wirtschaft mit Digitalisierung weltmarktfähig machen. Die deutsche Wirtschaft kann beim Übergang zur Industrie 4.0 helfen. Schon jetzt arbeiten deutsche Unternehmen wie Siemens, Kuka und SAP eng mit russischen Partnern zusammen. Beim runden Tisch „Digitalisierung der Wirtschaft: deutsche Erfahrungen“ der AHK Russland auf der Industriemesse Innoprom in Jekaterinburg teilen sie ihre Erfahrung auf dem russischen Markt. An der größten Industriemesse Russlands hat dieses Jahr auch Präsident Wladimir Putin teilgenommen.

Auf der größten Industriemesse Russlands „Innoprom“ in Jekaterinburg vom 10. bis 13. Juli, auf der deutsche Unternehmen zahlreich vertreten sind, steht das Thema Digitalisierung im Fokus: Digitale Technologien böten gewaltiges Potenzial, Russlands Wirtschaft nach vorne zu bringen, sagte Präsident Wladimir Putin bei der Eröffnung, letztlich gehe es um die Erhöhung der Konkurrenzfähigkeit russischer Produkte und Dienstleistungen.

Die Rahmenbedingungen dafür sind gut: Es gibt über 500.000 Programmierer in Russland, die 2015 ein IT-Exportvolumen von 7 Milliarden US-Dollar generiert haben. „Das Land besticht durch eine traditionell starke Programmierer-Schule, durch innovative Technologie-Startups, die auf dem Weltmarkt mitspielen, sowie durch Technologieparks und Innovationscluster, die mit Steuervorteilen um die Ansiedlung ausländischer Hightech-Firmen werben“, sagt Matthias Schepp, Vorstandsvorsitzender der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer.

Gleichzeitig gibt es eine große Nachfrage für moderne B2B-Lösungen und großen Nachholbedarf bei der Modernisierung der Industrie: In der russischen Produktion kommt derzeit lediglich ein Industrieroboter auf 10.000 Arbeiter zum Einsatz, das sind 0,25 Prozent des Weltmarktvolumens und etwa 70 Mal weniger, als es in anderen Industrieländern der Standard ist.

Digitalisierung Russlands: Chancen für die deutsche Wirtschaft bei der Industrie 4.0

Umso besser sind die Rahmenbedingungen für die deutsche Wirtschaft: Mit ihrem Technologie-Knowhow und ihrer Kompetenz bei der Industrie 4.0 ist sie ein idealer Partner, um die Digitalisierung in Russland zum gegenseitigen Vorteil voranzutreiben. Bereits heute wird an den russischen Standorten deutscher Unternehmen erfolgreich mit dem Internet der Dinge, Big Data-Analysen, Predictive Maintainance- und Digital Twin-Lösungen gearbeitet, bei denen nicht nur das Endprodukt auf dem PC vorsimuliert wird, sondern auch die Produktion einschließlich aller Arbeitsprozesse.

So wird der Hersteller von Industrierobotern Kuka dieses Jahr über 100 Roboter an den russischen LKW-Hersteller KAMAZ liefern. „Als Marktführer in Russland schätzen wir das Potenzial des Binnenmarktes hoch ein und investieren in seine Entwicklung“, sagt Dmitrij Kapischnikow, Generaldirektor KUKA Robotics Russia. Über die klassische Industrieproduktion hinaus arbeitet Kuka eng mit russischen Startups zusammen – beispielsweise mit Quantum Systems, das Bargeld-Zähllösungen für Geldinstitute entwickelt. „Das System wird von der russischen „Sberbank“ und führenden Geldhäusern Europas unterstützt, das Marktpotenzial liegt bei mehreren Hundert Robotern im Jahr“, schätzt Dmitrij Kapischnikow.

Software-Entwickler SAP betreibt zusammen mit dem größten russischen Stahlproduzenten NLMK ein Innovationslabor. „In diesem Labor bündeln wir das Know-How unserer Profis mit dem der Spezialisten von NLMK und forschen gemeinsam an innovativen Lösungen für den Bergbau und für die metallverarbeitende Industrie“, sagt Andrej Bievetski, Generaldirektor, SAP Labs in der GUS.

Ein weiteres Beispiel einer erfolgreichen deutsch-russischen Digitalisierungspartnerschaft ist Siemens. Im Teamcenter, einer Siemens-Software, wurde das russische Passagierflugzeug Sukhoi SuperJet 100 in nur acht Jahren entwickelt. Vom Reißbrettentwurf im Jahre 2000 hat es bis zum Testflug acht Jahre gedauert. „Die gesamte Entwicklung und auch die spätere Produktion wurde digital vorsimuliert. Diese Simulationsmodelle bieten große Möglichkeiten für die Zusammenarbeit mit Zulieferern, die Modernisierung und für das Digital Manufacturing“, sagt Igor Sergejew, Abteilungsleiter Digitale Produktion, Siemens Russia.

Russland bietet deutschen Unternehmen hochqualifizierte Fachkräfte und großes Potenzial für die Modernisierung nicht nur einzelner Unternehmen oder Branchen, sondern der gesamten Wirtschaft insgesamt. Die Symbiose dieser Faktoren bietet große Synergieeffekte für beide Länder, die ihre Position auf dem Weltmarkt gemeinsam stärken können. Dennoch ist die Botschaft, dass nur eine moderne, digitalisierte Wirtschaft im globalen Wettbewerb der Zukunft bestehen wird, noch nicht überall in Wirtschaft und Politik angekommen. Auch wird die deutsche Wirtschaft auf dem russischen Markt im Rahmen der Politik zur Importsubstitution und der Lokalisierungsauflagen in ihren Möglichkeiten noch beschränkt.

„Leider gibt es auch im IT-Sektor nicht unerhebliche Probleme. Für ausländische Softwarehersteller ist es seit vergangenem Jahr nicht erlaubt, sich an staatlichen Aufträgen zu beteiligen. Eine Abschottung gerade im Digitalbereich wird das Land schwerlich nach vorne bringen. Ein solcher Protektionismus sollte insbesondere in der international agierenden Digitalbranche kritisch hinterfragt werden“, sagt Matthias Schepp, Vorstandsvorsitzender der Auslandshandelskammer.             

AHK Russland: Schnittstelle zur Digitalisierung der russischen Wirtschaft

Die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer bietet mit ihrem Komitee für Digitalisierung eine kompetente Schnittstelle für die deutsch-russische Digitalisierungspartnerschaft. Mit seinen drei Unterarbeitsgruppen zu Startups, IT-Sicherheit, E-Commerce und E-Marketing ist das Komitee unter der Leitung von Pavel Gontarev, Generaldirektor SAP GUS eine wichtige Plattform für den Austausch zu Themen und Best-Practice-Lösungen der digitalen Wirtschaft in Russland.

Sind russische Unternehmen für die digitale Revolution gerüstet? Wie effizient ist das Internet of Things oder Smart Manufacturing in Russland? Wie können deutsche Unternehmen das Konzept der Industrie 4.0 in Russland umsetzen und an der Digitalisierung seiner Wirtschaft teilnehmen?

Diese Fragen werden ausführlich beim runden Tisch der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer „Digitalisierung der Wirtschaft: deutsche Erfahrungen“ bei der Industriemesse Innoprom in der Ural-Hauptstadt Jekaterinburg am 11. Juli thematisiert. An der Veranstaltung nehmen 31 Vertreter deutscher Unternehmen teil, darunter SAP Labs, Siemens, Kuka Robotics, Schaeffler, Phoenix Contact und ContiTech.

Für weitere Informationen wenden Sie sich an die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer.


Kontakt:

Alexej Knelz, Leiter der Abteilung Kommunikation

E-Mail: knelz(at)russland-ahk.ru

Telefon: + 7 (495) 234 49 50


Zusatzinformation: Russlands Strategie „digitale Wirtschaft“

Im Juli soll die russische Regierung Präsident Putin eine nationale Strategie „digitale Wirtschaft“ vorlegen. Die Ausbildung von Fachkräften, das Gesundheitswesen und die Reform der öffentlichen Verwaltung nach dem Smart-City-Konzept steht dabei im Fokus. Das Programm sieht eine nahtlose Integration der russischen Digitalwirtschaft in der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) vor.

Das bisher bekannte Konzeptpapier definiert viele Bereiche vor: Bis 2024 sollen in Russland zehn weltmarktfähige IT-Unternehmen aus den Bereichen Big Data, Neurotechnologien, Industrial Internet und Robotertechnik entstehen sowie mindestens 500 kleine und mittelständische Unternehmen an der IT-Wertschöpfung beteiligt sein. Darüber hinaus sollen 30 Forschungsprojekte der E-Economy im Wert von rund 1,3 Mio. Euro (100 Mio. Rubel) umgesetzt werden. Russische Universitäten sollen mindestens 120.000 IT-Spezialisten pro Jahr ausbilden. Zudem sollen alle Millionenstädte flächendeckend mit 5G-Mobilfunk und 97 Prozent der russischen Haushalte mit Breitband-Internet (100 Mbit/s) ausgestattet werden (derzeit durchschnittlich 12 Mbit/s), und russische Antivirensoftware auf allen Import-PCs vorinstalliert sein.

Der russische Staat wird bereits 2017 über drei Milliarden Euro (200 Milliarden Rubel) für laufende IT-Projekte bereitstellen.

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