Maschinen „Made in Germany“ boomen

SEIT 2000 SIND DIE DEUTSCHEN MASCHINENEXPORTE NACH RUSSLAND UM MEHR ALS DAS DREIFACHE GESTIEGEN. DAMIT LIEGT RUSSLAND MITTLERWEILE AUF PLATZ 6 UNSERER AUSLANDSMÄRKTE. DIE BEDEUTUNG DES MARKTES WIRD AUCH IN ZUKUNFT UNVERKENNBAR SEIN. / YVONNE BLÄßER, VDMA


Russland ist für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau der wichtigste Absatzmarkt in Osteuropa. Intensive deutsch-russische Beziehungen bestehen im Maschinenbau bereits seit Jahrzehnten. Insbesondere die ostdeutschen Maschinenbauunternehmen waren, der politischen Konstellation entsprechend, stark auf den russischen Markt ausgerichtet. Doch auch nach der politischen Wende ist Deutschland für Russland der wichtigste Maschinenlieferant geblieben.

Die Kapazitäten der russischen Industrie sind voll ausgelastet. Entsprechend hoch ist der Abnutzungsgrad der Anlagen und somit das bestehende Investitionspotenzial russischer Unternehmen. In diesem Umfeld sind Maschinen und Anlagen „Made in Germany“ stark gefragt. Mit einem Lieferanteil von über 25 Prozent der russischen Maschineneinfuhr ist Deutschland der wichtigste Maschinenlieferant Russlands, gefolgt von Italien, Südkorea und den USA.

Die deutschen Maschinenexporte nach Russland sind seit dem Jahr 2000 kontinuierlich angestiegen. Allein im Jahr 2007 konnten die deutschen Lieferungen ein Wachstum von 23,5 Prozent auf rund 6,5 Milliarden Euro erzielen. Entsprechend den Entwicklungen im russischen Markt stammten die größten Lieferanteile im Jahr 2007 insbesondere aus den Bereichen Bau- und Baustoffmaschinen, Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen sowie Landtechnik. Stark nachgefragt sind auch die Bereiche Werkzeugmaschinen, Fördertechnik, Allgemeine Lufttechnik, Armaturen und Bergbaumaschinen.

Aus Sicht des deutschen Maschinenbaus wird Russland auch zukünftig einer der dynamischsten Absatzmärkte sein. Russland ist im weltweiten Vergleich keineswegs Spitze beim erwarteten BIP-Wachstum. Die Maschinenimporte werden gleichwohl auch in den nächsten Jahren sehr dynamisch wachsen, da das Land in hohem Maße Investitionen in Industrie, Energiewirtschaft und Infrastruktur tätigen muss. Wie in den letzten Jahren werden davon deutsche Maschinen- und Anlagenbauer im besonderen Maß profitieren. Wir erwarten, dass die deutschen Maschinenlieferungen bis 2015 um jährlich 12 Prozent zulegen. Dabei handelt es sich um eine durchschnittliche Wachstumsrate. Es wird Jahre geben, in denen die Zuwachsrate deutlich darüber liegt - so wie es bereits in den letzten Jahren der Fall war -. In der mittelfristigen Perspektive kann es aber auch durchaus einmal ein Jahr geben, in denen sich das Liefervolumen des deutschen Maschinenbaus nach Russland rückläufig entwickelt.

Aufgrund des breiten Dienstleitungsangebots der deutschen Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus können den Kunden weltweit umfassende Lösungen „Made in Germany“ für ihre Produktionsanforderungen präsentiert werden. Individuell zugeschnittene Angebote in den Feldern Beratung, Schulung sowie Wartung tragen zu einer verbesserten Kundenbindung bei.

Diese Kundenbindung zu stärken und langfristig zu gestalten, ist ein besonderes Anliegen der deutschen Investitionsgüterindustrie. In einigen VDMA-Fachzweigen bestehen bereits seit langer Zeit gefestigte Beziehungen mit Russland und dienen somit als gutes Beispiel für eine funktionierende Partnerschaft. Unterstützt und gefördert werden die Aktivitäten des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus durch das VDMA-Verbindungsbüro Russland mit Sitz in Moskau, das der VDMA Präsident Manfred Wittenstein am 29. Mai 2008 offiziell eröffnen wird. Dieses Büro dient als Drehkreuz zwischen deutschen und russischen Regierungsstellen, Verbänden sowie Unternehmen und betreut die vielfältigen Aktivitäten unserer Branche in Russland.