GEMEINSAM EFFIZIENTER

DIE GESUNDHEITSWIRTSCHAFT STEHT GANZ OBEN AUF DER AGENDA DER DEUTSCH-RUSSISCHEN ZUSAMMENARBEIT. MIT HILFE DER AHK BEGINNT DIE BRANCHE NUN, IHRE INTERESSEN ZU BÜNDELN. / RENE HARUN, AHK RUSSLAND

Die viel zitierte Modernisierungspartnerschaft soll dem russischen Gesundheitswesen helfen, auf die Beine zu kommen. Trotz Krise hält die russische Regierung an ihren Plänen zur Sanierung ihres Gesundheitswesens weitgehend fest. Über das Nationale Projekt Gesundheit wurden für 2008 und 2009 jeweils fünf Milliarden Dollar zum Ausbau des Gesundheitswesens bereitgestellt (zum Thema siehe Impuls 06/2008). Die Strategische Arbeitsgruppe (SAG) definierte das Thema als einen der Schwerpunkte in der Zusammenarbeit und gründete eine entsprechende Unterarbeitsgruppe. Deutschland gehört mit seinen weltweit führenden Technologien und seiner wirtschaftlichen Effizienz zu den internationalen benchmarks und kann einen wesentlichen Beitrag zur Modernisierung Russland beitragen. Für deutsche Unternehmen der Branche gilt es diese exzellenten Chancen zu nutzen.

30 Unternehmensvertreter aus dem Bereich Medizintechnik und Pharma trafen sich nun in der AHK Russland zu einem Brainstorming zusammen, um Schwerpunkte, Defizite und Strategieansätze zu definieren. Probleme bestehen insbesondere in den Bereichen Ausbildung, Finanzierung, Forschung, Zahlungsmoral, Standards und Effizienz.

Moderne Medizintechnik kann wegen mangelnder Ausbildung des Personals oft nicht effektiv genutzt werden. Umfang und Aufteilung der Mittel auf die einzelnen Bereiche und Regionen sind zu wenig bekannt. Die Finanzierung erfolgt erst nach Fertigstellung, es gibt keine alternativen Finanzierungsmechanismen. Es gibt zu wenige Forschungszentren, die zudem veraltet sind. Gefordert werden europäische Normen Standards und mehr Transparenz im gesamten Ausschreibungssystem. Modernste Technik wird ineffizient angewendet, oft weil die Nutzer (Ärzte) zu wenig Mitspracherecht beim Einkauf haben.

Vier Themenschwerpunkte wurden für die Zukunft formuliert: Der Dialog mit dem Gesundheitsministerium soll verstärkt werden. Die Aus- und Weiterbildung muss verbessert werden. Dazu können die Unternehmen entsprechende Vorschläge liefern. Durch Verbesserung des Managements und Änderung der Strukturen kann die Effektivität im russischen Gesundheitswesen gesteigert werden. Die Produktion im Land muss weiter weiterentwickelt werden.

Die Gesprächsrunde zur Gesundheitswirtschaft wird sich zunächst in unregelmäßigen Abständen treffen. Nächster Anlass zur Zusammenkunft wird die Vorbereitung eines geplanten Gesprächs mit der russischen stellvertretenden Gesundheitsministerin, Veronika Skworzowa, sein.

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