Russland und Deutschland - ein olympischer Dialog

Russland und Deutschland - ein olympischer Dialog

Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Russland und Deutschland haben eine lange Geschichte. In den letzten Jahren erfuhren sie eine beständige Erweiterung ihrer Basis. Heute ist Deutschland einer der wichtigsten Handelspartner Russlands und zweifellos werden die globalen Werte der olympischen Bewegung dieser Beziehung neue Impulse geben.

Dmitri Tschernyschenko, Präsident des Organisationskomitees „Sotschi – 2014“, exklusiv für die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer


Als Besitzer der Olympischen Spiele, hat das IOC in einer Art Franchising Russland die Durchführung der Winterspiele 2014 überlassen. Das Organisationskomitee „Sotschi-2014“ seinerseits realisiert die Planung und den Bau der olympischen Sportbauten und Infrastruktur, dabei werden die Anforderungen des IOC auf den Gebieten Sicherheit, medizinische Versorgung und Dienstleistungen, dazu gehört auch die kommerzielle Nutzung der olympischen Symbolik zu Reklame- und Marketingzwecken, berücksichtigt.
Ich möchte betonen, dass das Organisationskomitee schon jetzt enorme Fortschritte im  Bereich des Marketings gemacht hat. Das ist besonders deshalb so wichtig, weil das Komitee 75 Prozent des operativen Budgets der Olympischen und Paralympischen Spiele selbst erwirtschaften muss. Die Sponsorenverträge mit den nationalen Partnern und Top-Sponsoren, die Zahlungen des IOC und die kommerziellen Programme „Sotschi-2014“ sind die Haupteinnahmequellen.


Die ersten Partner stehen jetzt fest: „Rostelekom“ und „Megafon“ wurden Partner in der Sparte „Kommunikation“, Rosneft in der Sparte „Öl“. Ungeachtet der Finanzkrise, konnten in den bisher abgeschlossenen Verträgen noch nie da gewesene Rekordsummen verhandelt werden. Ein Beweis dafür welchen Stellenwert die Spiele für die russischen Unternehmen haben.
Die Vorteile für die Vertragspartner beschränken sich nicht allein auf die Nutzungsrechte der olympischen und paralympischen Symbolik. Sie erhalten darüber hinaus die einzigartige Möglichkeit für einen exklusiven Marktantritt in einer der dynamischsten Regionen Russlands.
Der Marketing-Plan „Sotschi-2014“ sieht auch eine zweite und dritte Stufe des Sponsorings vor, die ebenfalls internationalen Partnern offen stehen.
Die Olympischen Spiele in Sotschi sind ein Megaprojekt, in das unabhängig von der derzeitigen wirtschaftlichen Situation viele Gelder fließen werden. Staatliche und private Investitionen werden zusammen einige Milliarden US-Dollar betragen, aber nur 20 Prozent werden unmittelbar für die Durchführung der Spiele aufgewendet. Der größte Teil wird in die Entwicklung der Infrastruktur Sotschis und des Gebiets Krasnodar fließen.


Angesichts des Status des Projekts ist es also nicht verwunderlich, dass Unternehmen aus aller Welt um das Recht kämpfen, Auftragnehmer bei den olympischen Bauten zu werden. Das Organisationskomitee und die anderen Beauftragen stellen ihrerseits hohe Anforderungen an die Qualität die erworbenen Produkte und Dienstleistungen. Es wurde eine offenes Ausschreibungsverfahren entwickelt, an dem sich alle Anwärter zu gleichen Bedingungen beteiligen können.
Selbstverständlich sind die Kosten eines der wichtigsten Auswahlkriterien, insbesondere in der jetzigen schwierigen wirtschaftlichen Situation. Trotzdem sind wir optimistisch und rechnen damit, dass unsere Auftragnehmer auch die besten ihrer Branche sind. Wir möchten, dass alle unsere Partner ebenfalls Teil der Marke „Sotschi-2014“ werden und so die Chance erhalten, ihren Beitrag in die Entwicklung einer der dynamischsten Regionen Russlands zu leisten. Studien des Beratungsunternehmens Mercer zu Folge, bleibt Sotschi leider bis heute in punkto Lebensqualität weit hinter anderen entwickelten Städten der Welt zurück, während andere olympische Hauptstädte an der Spitze des Ratings liegen.


Das Organisationskomitee hat erforscht wie sich das Image früherer Olympiastädte durch die Spiele verändert hat. Aus dieser Grundlage wurde das Programm „Sotschi – Stadt der Gasfreundschaft“ erarbeitet, nach dem sich das Gesicht der Stadt grundlegend wandeln wird. Neue Hotels werden gebaut, alte rekonstruiert, die gesamte Infrastruktur soll freundlicher und auch für Menschen mit Behinderung nutzbar gemacht werden, das Niveau aller Serviceleistungen muss wachsen.
Mit anderen Worten, Sotschi eröffnet der internationalen Geschäftswelt einzigartige Möglichkeiten.
Schon lange arbeiten wir aktiv mit Partnern aus Deutschland zusammen. Wir führen Gespräche mit einer Reihe von Unternehmen über Partnerschaften im Rahmen des Marketing-Programms in der Kategorie „Transport“, „Kleidung und Schuhe“, „Automotive“. Siemens war einer der Berater des „Bewerbungskomitees Sotschi-2014“ und maßgeblich an den Bewerbungsteilen Sicherheit, Umwelt und Transport beteiligt. Obermeyer erstellte für uns den Bericht zum Schutz der Wasserressourcen.
Zurzeit gibt es im Rahmen des Bauprogramms eine Reihe von Objekten, für die Investoren gesucht werden. Darunter z.B. die kleine Eisarena, die nach den Spielen in einen Aquapark umgewandelt werden soll. Das Eisstadion, das für die Wettbewerbe im Eiskunstlauf und Short-Track vorgesehen ist. Nach den Spielen soll daraus ein Einkaufszentrum gemachte werden. Die überdachte Eisschnelllaufhalle, die später in ein Messegelände umgebaut werden soll. Die Nutzung der Gebäude nach den Spielen wird insbesondere aus Investorensicht gründlich durchdacht.


Uns, den Organisatoren der Spiele ist es wichtig, dass zuverlässige Unternehmen, die Erfahrung mit dem Bau olympischer Objekte und Wintersportanlagen haben, unsere Partner werden. Die Nutzung führender Technologien deutscher Unternehmen ist hier besonders aktuell, weil Russland innovative Spiele plant, die in die Geschichte der Olympischen und Paralympischen Bewegung eingehen werden.

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