Netzwerkbildung im Wassersektor

DAS NETZWERK GERMAN WATER PARTNERSHIP TREIBT DIE DEUTSCH-RUSSISCHE ZUSAMMENARBEIT IM BEREICH DER WASSERWIRTSCHAFT VORAN. / DIPL.-ING. STEFAN GIROD, GERMAN WATER PARTNERSHIP E.V.

Netzwerk der Wasserwirtschaft und -forschung
German Water Partnership (GWP) ist eine Gemeinschaftsinitiative von derzeit mehr als 260 Mitgliedern aus Unternehmen, Fachverbänden und Forschungseinrichtungen des deutschen Wassersektors. Das Netzwerk GWP bündelt die Expertise der deutschen Wasserwirtschaft, -forschung und -politik und schafft so für ausländische Partner einen zentralen Ansprechpartner.
Ziel der im April 2008 gegründeten Plattform ist es, den Akteuren der deutschen Wasserbranche unter der gemeinsamen Dachmarke „German Water Partnership“ den Eintritt in internationale Märkte zu erleichtern. Hierbei gilt der Anspruch, integrierte nachhaltige Lösungsansätze zu erstellen. Einerseits soll der Zugang internationaler Auftraggeber zu innovativer deutscher Technologie vereinfacht werden, andererseits aber auch die Erfahrung von 150 Jahren erfolgreichem deutschen Wassermanagement für ausländische Partner nutzbar gemacht werden.


Dieses einmalige, kreative Netzwerk von global orientierten Playern aus Wirtschaft und Forschung wird bei der Umsetzung seiner Ziele und Aktivitäten von den fünf Bundesministerien für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), für Bildung und Forschung (BMBF), für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ), für Wirtschaft und Technologie (BMWI) sowie dem Auswärtigen Amt (AA) aktiv begleitet und unterstützt.


Regionalspezifische Sektionen
Ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung und Umsetzung der Aktivitäten von GWP wird innerhalb der Länderforen geleistet. Die länderbezogenen Arbeitsgruppen initiieren und pflegen Kontakte im Zielland und bahnen vor Ort Kooperationen und Projekte an. Hierdurch wird das länderspezifische und inhaltliche Engagement von German Water Partnership auf die Bedürfnisse des Ziellandes zugeschnitten.


GWP hat in Abstimmung zwischen Unternehmen, wissenschaftlichen Instituten und Ministerien 15 Schwerpunktländer und –regionen identifiziert, nach denen die Länderforen gebildet wurden; Russland ist eines hiervon. Das Ziel der Aktivitäten in den Länderforen ist die Entwicklung von vertrauensbildenden und langfristigen Kontakten zu Partnern in den Schwerpunktländern, die Anbahnung und Umsetzung von Projekten und der Aufbau von stabilen Netzwerken sowohl innerhalb von GWP wie in der Zusammenarbeit mit den ausländischen Partnern.


Das Länderforum Russland
Nachdem das Länderforum Russland sich im Herbst 2009 konstituiert hat, sind die vielfältigen Aktivitäten dieses Forums mit seinen 25 aktiven Mitgliedern aus verschiedenen Bereichen des deutschen Wassersektors bereits deutlich erkennbar: Kontakte zu Netzwerken und Institutionen und anderen relevanten Partnern in Russland sind bereits geknüpft worden, gemeinsame Aktivitäten wie Messeauftritte, Präsentationen auf Konferenzen und die Durchführung von Workshops und Delegationsreisen sind bereits durchgeführt worden oder in Planung.


So konnte bereits im November 2009 im Kontext des Internationalen Forums „Sauberes Wasser“ in Moskau (24.-25. November 2009) ein ‚Memorandum of Understanding’ zwischen German Water Partnership und der Nationalen Union der Wasserwerke Russlands unterzeichnet werden.
Auf der Grundlage dieser bilateralen Vereinbarung wurde eine internationale Konferenz mit dem Titel „Perspektiven der Wasserver- und Abwasserentsorgung in Deutschland und Russland“ für Ende April 2010 in St. Petersburg organisiert, gemeinsam veranstaltet von GWP, der Nationalen Union der Wasserwerke und der Russischen Gesellschaft für Wasser, mit rund 100 russischen und mehr als 30 deutschen Teilnehmern - und musste wegen der Vulkanasche am europäischen Flughimmel kurzfristig auf den Herbst verschoben werden.

 
Des Weiteren hat sich das GWP-Länderforum Russland aktuell mit einem Gemeinschaftsstand von Mitgliedsfirmen auf der Moskauer Umweltmesse ECWATECH (1.-4. Juni 2010) präsentiert. Neben den ausstellenden Firmen des deutschen Wassersektors, Amiantit, Grünbeck, Hamburgwasser, Ingenieurbüro Lopp, Passavant-Geiger sowie dem Bundesministerium für Bildung und Forschung hat GWP gemeinsam mit dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) und dem Land Nordrhein-Westfalen ein ganztätiges „Deutsches Forum“ auf der Umweltmesse mit zahlreichen Fachvorträgen durchgeführt.


Im Herbst ist die Unterzeichnung einer weiteren Kooperationsvereinbarung geplant, mit der Russischen Gesellschaft für Wasser, einer zur Dachorganisation der russischen Wasserwirtschaft auszubauenden Initiative der Staatsduma. Aktivitäten des Länderforums sind auch in Sotschi vorgesehen, wo im Zusammenhang mit den Olympischen Winterspielen 2014 das Potenzial für Infrastruktur- und Wasserinvestitionen absehbar ist.


Die noch junge Initiative German Water Partnership e.V. entwickelt sich stetig weiter, ebenso der Aufbau von verlässlichen Netzwerken und Partnern innerhalb der russischen Föderation. Russland wird in diesem Verlauf für GWP eine zunehmend interessante Zielregion für bedarfsgerechte Wasser-Lösungen „Made in Germany“.

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