Mitgliederversammlung 2011

Steigende Mitgliederzahlen bestätigen die gute Arbeit der Kammer und die positive Wirtschaftsentwicklung in Russland. / Jens Böhlmann, AHK Russland

Auf der Ordentlichen Mitgliederversammlung der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer am 15. März konnte wiederum ein deutlicher Mitgliederzuwachs präsentiert werden. Seit Kammergründung im Dezember 2007 ist die Zahl der Mitglieder um fast 200 von 517 auf 711 zum 31. Dezember 2010 gestiegen. Besonders erfreulich: seit Jahresbeginn 2011 haben bereits weitere 31 Unternehmen den Antrag auf Mitgliedschaft gestellt. Die Mitgliederstruktur weist jetzt 71 Prozent deutsche, 20 Prozent russische und neun Prozent Mitglieder aus anderen Staaten auf.

Die erfreuliche Mitgliederentwicklung spiegelt sich auch in der aktuellen wirtschaftspolitischen Lage und der Stimmung unter den Unternehmen wider. Der Präsident der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer, Dr.-Ing. Heinrich Weiss, konnte von einer deutlichen Verbesserung des Geschäftsklimas, besseren Zukunftsaussichten und den forcierten Plänen der deutschen Unternehmen zu mehr Investitionen und einer weiteren Durchdringung des Marktes berichten. Das eigene Unternehmen, die SMS group, geht dabei mit gutem Beispiel voran. In Magnitogorsk und an weiteren Standorten der russischen Stahlindustrie arbeiten Walzwerke "made in Germany" des Düsseldorfer Unternehmens.

Trotz vieler positiver Tendenzen, ist der augenblickliche Aufwärtstrend der russischen Volkswirtschaft immer noch zum allergrößten Teil den Einnahmen aus dem Export von Rohstoffen zu verdanken. Von der 2010 durch Präsident Medwedjew angekündigten, groß angelegten Modernisierungsoffensive war im abgelaufenen Jahr noch wenig zu sehen. Nicht einmal die Hälfte aller in einer Umfrage zum Geschäftsklima befragten Unternehmen konnten beim Thema Modernisierung Fortschritte feststellen. Weiss sprach deshalb auch von der dringenden Notwendigkeit diese Bemühungen deutlich zu intensivieren und bot der russischen Seite erneut die Hilfe der deutschen Wirtschaft in allen Belangen an.

Weiter intensivierte Lobbyarbeit

Auch der Vorstandsvorsitzende, Michael Harms, konnte von einem erfolgreichen Jahr 2010 berichten. Hat doch die Kammer ihre Lobbyarbeit noch weiter verstärken können. Neben die Dauerbrenner traten neue Felder der Interessenvertretung für die deutsche Wirtschaft und die Mitgliedsfirmen der AHK. So z.B. die rasanten Entwicklungen in der Migrationsgesetzgebung (Arbeitserlaubnis für hochqualifizierte Fachkräfte), an deren Ausarbeitung die AHK Russland zu einem großen Teil beigetragen hat. Mit der Compliance - Initiative brachte die AHK Russland das Thema Korruptionsbekämpfung ganz nach vorn. In den Bereichen Gesundheitswesen und technische Regulierung wurden Arbeitsgruppen aktiv. Weitere brisante Themen waren Visa, Zoll und Lokalisierung.

Die AHK konnte noch einmal deutlich ihr Angebot in Bezug auf andere Bereiche verbessern, z.B.: Dienstleistungen, Netzwerk, Informationen und Medien, Webseite, Regionalarbeit, Visa-Clearingstelle. Völlig neu ist das Rabattprogramm für Mitglieder, das 2010 eingerichtet werden konnte. Über die Mitgliedschaft bei der Kammer erhalten Mitglieder Sonderkonditionen bei Krankenversicherungen, Hotelübernachtungen, Einkauf von Autos, Elektrowerkzeugen und Wein sowie Pannenservice und auf Abonnements bei einer Moskauer Fitnessclubkette.

Für 2011 kündigte Harms eine weitere Verbesserung der Angebote - orientiert am Bedarf der Mitglieder - an. Dabei soll vor allem der Dienstleistungsgedanke im Vordergrund stehen und das Motto „Wir für Sie".

Mittelstand fördern!

Mehr russischen Mittelstand wünschte sich der Generaldirektor von Severstal und Vizepräsident der Kammer, Alexej Mordaschow. Vor allem aber mehr Steuervergünstigungen für Gründer und Mittelständler, die von den beschlossenen Steuererhöhungen besonders hart getroffen wurden und ein Klima, in dem unternehmerisches und privatwirtschaftliches Handeln unterstützt und nicht bestraft wird. Darüber hinaus sind auch in den Augen der russischen Unternehmerschaft die Themen Modernisierung, Verringerung der Korruption und der Abbau bürokratischer Hürden, Berufsausbildung