Russland in der Praxis

Mit der Anreise von 30 deutschen Studierenden am 8. Oktober 2012 startete die Pilotphase eines in dieser Form weltweit einmaligen Praktikantenprogramms der Bundesrepublik Deutschland. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) vermittelt und fördert deutsche Studenten bei einem mehrmonatigen Auslandspraktikum in einem Unternehmen. Die Mittel stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung zur Verfügung.

Insgesamt 15 Unternehmen haben sich für eine Teilnahme an der Pilotphase entschieden, darunter auch global agierende Unternehmen wie Siemens und Volkswagen, aber auch zahlreiche mittelständige Unternehmen. Die Praktikumsplätze werden in Moskau, St. Petersburg, Perm, Kaluga und Krasnojarsk zur Verfügung gestellt. Die Dauer des Praktikums beträgt maximal sechs Monate, in einigen Fällen weniger.

Die Idee zur Schaffung eines Programms für deutsche Praktikanten in Russland beruht auf einer Initiative der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK), der Volkswagen Group RUS und der Deutschen Botschaft Moskau. Die Higher School of Economics Moskau erklärte sich bereit als Partner auf russischer Seite zur Verfügung zu stehen und visarechtliche Fragen zu übernehmen und ein Einführungs- und  Mid-Internship-Praktikum durchzuführen und für die Entsendung der Praktikanten an die Firmen zu sorgen.

Ziel des Programms ist es, deutschen Studenten und Studentinnen oder Hochschulabsolventen die Möglichkeit zu bieten, sich mit der Arbeitsweise, den Aufgaben und Herausforderungen der deutschen Wirtschaft in Russland vertraut zu machen und einen Einblick in die Abläufe der konkreten und aktuellen deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen vor Ort zu erhalten. Bereits jetzt haben viele deutsche Unternehmen ihre Bereitschaft an einer Teilnahme an der 2. Runde bekundet. Michael Harms, Vorstandsvorsitzender der AHK, betonte die enorme Bedeutung des Praktikantenprogramms "Russland in der Praxis" für die weitere Intensivierung der deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen. Denn die Praktikanten in beiden Ländern stellen das Potenzial dar, aus dem sich die künftigen Fach- und Führungskräfte rekrutieren.