16. Deutsche Woche – Der Höhepunkt des „deutschen“ Lebens in Sankt Petersburg

Mehr als 12 000 Personen besuchten Konferenzen, Foren, Tagungen und Konzerte während der Deutschen Woche in St. Petersburg. Traditionell war unter den Gästen der Woche eine große Zahl von Geschäftsleuten, aber auch Menschen, die einfach die Kulturen beider Länder kennen und lieben. Jedes Jahr wächst die Anzahl der Besucher der Woche, so dass man mit Sicherheit sagen kann, dass die Deutsche Woche in St. Petersburg immer interessanter und intensiver wird.

Fotoausstellung „Die Russland Meister”

Das Wachstum der deutschen Direktinvestitionen in die russische Wirtschaft – 26%; das Volumen des russisch-deutschen Handelsumsatzes – 61,9 Milliarden Euro. „Dies sind einige der höchsten Wirtschaftsindikatoren in der jüngeren Geschichte der Handelsbeziehungen zwischen Russland und Deutschland seit dem Zusammenbruch der UdSSR“, sagte Matthias Schepp, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Handelskammer in Russland, anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „Russland-Meister“ in St. Petersburg.

Das Projekt „Die Russland-Meister“ startete wenige Wochen vor der Weltmeisterschaft in Russland. Neben den Ausstellungen beinhaltet das Projekt ein Buch im Fotoalbum-Format sowie die Online-Plattform www.russlandmeister.ru. Der bekannte deutsche Fotograf Hans-Jürgen Burkhardt und sein russischer Kollege Evgeny Kondakov haben die Leistungen deutscher Unternehmen in Russland sichtbar gemacht.

„Russland ist einer der strategischen Märkte für Henkel.  Wir arbeiten hier seit fast 30 Jahren und setzen unsere Lokalisierungsstrategie in vielen Regionen des Landes konsequent um.  Dies sind neue Technologien, qualitativ hochwertige Produkte und Investitionen in Millionenhöhe “, sagte Alexander Lilien-Schmidt, CFO von Henkel Russland und Osteuropa, als Vertreter des Generalsponsors der Ausstellung.  „Diese gut organisierte Ausstellung zeigt die Arbeit deutscher Unternehmen, die sich langfristig erfolgreich in Russland entwickeln.“

Nach dem die Ausstellung in Moskau und Sotschi präsentiert worden war, wurden die „Russlandmeister“ den Bewohnern von Sankt Petersburg und Gästen der nördlichen Hauptstadt vorgestellt, wo sie drei Wochen lang die Fußgängerzone der Malaja Sadowaja Straße schmückten.

 

Eröffnung der Deutschen Woche

Jedes Jahr findet die Deutsche Woche in Sankt Petersburg in Kooperation mit einem der deutschen Bundesländer statt. In den vergangenen Jahren waren die folgenden Länder Partner der Deutschen Woche: Die freien Hansestädte Bremen und Hamburg, die Bundesländer Bayern, Sachsen und Brandenburg.

Diesjähriger offizieller Partner war das Bundesland Nordrhein-Westfalen – eine der führenden deutschen Regionen mit reichhaltiger Kultur und wirtschaftlichen Errungenschaften. Dieses Bundesland stellt die Hauptsitze der größten deutschen Unternehmen, u.a. das Hauptquartier von Henkel – dem offiziellen Partner der 16. Deutschen Woche in Sankt Petersburg. Russland und Nordrhein-Westfalen sind durch eine enge Zusammenarbeit verknüpft. 15% der deutschen Exporte nach Russland stammen aus diesem hochentwickelten Bundesland.

Die feierliche Eröffnung der Deutschen Woche begann mit der Aufführung des Dortmunder Balletts. Das Programm des Konzerts war einzigartig, es beinhaltete Fragmente aus bereits bekannten Aufführungen, sowie eine Weltpremiere des Eintakt-Balletts. In seinen choreografischen Inszenierungen von Szenen aus der „Göttlichen Komödie“ und „dem Schwanensee“ verknüpft Wang Xinpeng Tradition und Innovation, indem er neoklassischen mit modernem Tanz, dem Tanztheater und der Akrobatik vereint.

 

Auftaktveranstaltung „Digitalwirtschaft – Innovative Lösungen und Geschäftschancen in NRW“

„Digitale Technologien müssen zu einer Perspektive und Grundlage für die weitere Zusammenarbeit zwischen unseren Ländern werden“, sagte Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen in seinem Grußwort, das der Rede von Petra Wassner, der Geschäftsführerin der Organisation NRW.INVEST – Hauptorganisator der Veranstaltung, folgte.

In seiner Begrüßungsrede vor den Teilnehmern der Konferenz „Digitale Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen“ betonte Pinkwart, dass das Tempo der Digitalisierung erhöht werden sollte. Und Russland sollte dabei, nach Ansicht des Ministers, ein verlässlicher Partner Deutschlands bei der Digitalisierung und dem Übergang zur Wirtschaft 4.0 werden.

Während der Konferenz bewerteten Experten die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung. Monika Gatzke, Geschäftsführerin der Bergakademie Wuppertal, stellte einen Bericht über die neuesten Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz vor und erklärte wie diese Technologien im Alltag eingesetzt werden können. Zuvor hatte Dr. Dirk Hekker, Stv. Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Intelligente Analyse- und Informationssysteme, die Kompetenzplattform KI.NRW präsentiert.

Bei Gesprächen über die Perspektiven des Übergangs zur Wirtschaft 4.0 konnten Experten und Gäste der Konferenz natürlich das Thema der Blockchain-Technologien nicht umgehen. Axel T. Schulte, Abteilungsleiter am Frauenhofer Institut, sprach über das Potenzial der Blockchain und die Vorteile des Einsatzes ihrer Algorithmen bei der Abwicklung von Smart Contracts. Russische Erfahrungen beim Einsatz der Blockchain-Technologie in Supply Chains stellten die Vertreter der Assoziation der Blockchain-Entwickler von Sankt Petersburg vor.

 

Wirtschaftsforum „,Smart City‘ – Verkehr, Infrastruktur, Energie, Recycling“

„Peer to Peer“, „Smart Contracts“, „Li-fi“, „Blockchain“ – wissen Sie worum es dabei geht und was sich hinter diesen Definitionen verbirgt? Keine Panik, hinter diesen Begriffen stecken moderne Methoden zur Lösung einfachster Alltagsprobleme.

Mülltonnen, die selbst das Signal an die Versorgungsunternehmen senden werden, damit sie entleert werden können und Straßenlaternen mit integriertem Wi-Fi sind keine Zukunftsmusik mehr.

Und all dies ist kein geheimes Know-how von IT-Spezialisten aus dem Silicon Valley. Die Autoren und Erfinder dieser modernen Technologien sind junge russische Wissenschaftler aus St. Petersburg. Im Rahmen des Wirtschaftsforums „Smart City“ fand eine Startup Pitch Session statt, die von der Firma NRW.INVEST in Zusammenarbeit mit dem Technopark ITMO organisiert wurde. Die Peterburger hatten eine besondere Möglichkeit ihre neuesten Entwicklungen im Bereich der IT deutschen Investoren zu präsentieren. Unter ihnen waren auch diejenigen, die den russischen Talenten sofort Hilfe angeboten haben und bei der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten helfen wollten.

Die Gewinnerin des Startwettbewerbs „Smart City“ Olga Timokhina und ihr Projekt „Smart Waste Management“ hat eine Gewinnurkunde persönlich aus den Händen von Andreas Pinkwart, dem Minister für Wirtschaft und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen erhalten. Sie bekam eine Einladung zum Ruhr Startup Summit 2019.

Die hochentwickelte Technologien wurden auch im Rahmen von drei runden Tischen zu verschiedenen Modellen von „Smart Cities“ in Deutschland und Russland, Verkehr und Infrastruktur sowie Energie- und Abfallwirtschaft diskutiert.

 

Konferenz „Neue IT-Technologien als Treiber für die Digitalisierung“

Bei so vielen Chancen und Möglichkeiten der Digitalisierung, stellt sich auch die Frage nach einer sinnvollen und sicheren Nutzung moderner Technologien im Alltagsleben. Zweifellos vereinfachen E-Commerce, Fernunterricht, Computerisierung und Robotisierung von Prozessen die Erfüllung alltäglicher menschlicher Aufgaben und ermöglichen es den Großteil der Produktion zu optimieren.

Aber was sind die Risiken der Einführung von „Digitalem“ auf globaler Ebene und kann ein Mensch die Kontrolle über Maschinen im „digitalen Zeitalter“ behalten? Welche Herausforderungen stehen uns im 21. Jahrhundert bevor?

Das sind keine trivialen Fragen, die die Teilnehmer der Konferenz „New IT Technologies – Digitalization Engine“ mit Hilfe führender Spezialisten, wie T-Systems, Bosch und der Deutschen Telekom, zu beantworten versuchten.

 

Konferenz „Start-up Day“

Eines der Hauptereignisse der Deutschen Woche in St. Petersburg im Jahr 2019 war die Konferenz zum Start-up Day, die in Zusammenarbeit mit dem Kirowsky Werk stattfand.

In Form von Podiumsdiskussionen diskutierten die Teilnehmer die Besonderheiten von Start-ups in der Industrie: Wie beeinflusst der Zugang zu Ausrüstung und Infrastruktur die Projektleistung und wie wichtig ist es, dass Industrieunternehmen bereits zu einem frühen Zeitpunkt eingebunden werden und dabei helfen, erste Prototypen zu entwickeln, statt sich nur auf spätere Finanzierung zu konzentrieren.

Erfolgreiche Vertreter von Start-ups tauschten ihre Erfahrungen zu Finanzierungsrunden und zur Markteinführung von neuen Produkten aus und berichteten über die Besonderheiten der Zusammenarbeit mit Unternehmen in Russland, Deutschland und den USA.

 

Kultur und Ausbilbung

Die Liste der kulturellen Veranstaltungen, die während der sieben Tage des deutsch-russischen Marathons stattfanden, war nicht kürzer als die der Wirtschaftskonferenzen und Foren.

Der Auftritt des berühmten Geigers und Komponisten Alexei Aigi fand auf der Bühne von „Lendok“ statt. Vor dem anspruchsvollen St. Petersburger Publikum spielte der russische Musiker zusammen mit Dietmar Bonnen (Klavier) und Lothar Burghaus (Klarinette, Saxophon) Hits von Frank Zappa und Bob Dylan.

In der AHK-Filiale in St. Petersburg fand die Aufführung des Films „Ja, Andrei Iwanowitsch“ statt. Die Dokumentation erzählt die Geschichte des Lebens und des tragischen Schicksals von Andrej Iwanowitsch Moiseenko, einem der letzten Überlebenden des KZ „Buchenwald“.

Trotz seines hohen Alters hat Andrey Iwanowitsch die Kraft gefunden, den Film dem Publikum zusammen mit dem Filmregisseur Hannes Farlock persönlich zu präsentieren. Zur Filmvorführung in St. Petersburg kam Andrej Iwanowitsch aus seiner Heimatstadt Minsk.

Zu den Bildungsveranstaltungen der Deutschen Woche gehört der Tag der deutschen Sprache, an dem eine Reihe von Unterrichtsstunden abgehalten wurden.  Zu den Programmpunkten zählten offene Lektionen aus dem Bildungsprogramm „Die Henkel-Forscherwelt“, in dem mehr als 120 junge Teilnehmer die Eigenschaften von Chemikalien und ihre Rolle im menschlichen Leben kennengelernt haben.

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