AHK beim Eastern Economic Forum 2019

  • © kremlin.ru
  • © kremlin.ru

Mehr als 270 Abkommen im Umfang von 3,5 Bio. Rubel (48 Mrd. Euro) wurden auf dem Eastern Economic Forum (EEF) unterzeichnet, das vom 4. bis 6. September in Wladiwostok stattgefunden hat. Über 8.500 Besucher aus 65 Ländern waren am Forum beteiligt. Die größten Wirtschaftsdelegationen stammten aus asiatischen Staaten wie Japan (588 Teilnehmer), China (395), Südkorea (285) und Indien (204).

Ziel der Veranstaltung ist es, die Entwicklung der fernöstlichen Region Russlands unter Beteiligung internationaler Investoren voranzutreiben. AHK-Vizegeschäftsführer Christian Harten, Botschaftsvertreter Thomas Graf und der deutsche Honorarkonsul in Wladiwostok, Jaroslaw Kotyk, haben am Rande des EEF zu einem Treffen mit Unternehmenschefs eingeladen, an dem unter anderem die Russlandchefs von Siemens (Alexander Liberov), McDonald's (Marc Carena) und Clairant (Kay Zwingenberger) teilgenommen haben. McDonald's werde demnächst seine ersten zehn Filialen im Fernen Osten eröffnen, so Carena.

Japan und Russland haben neue Kooperationsmöglichkeiten in den Bereichen Transport, Gesundheit und Energie ausgelotet. So hat der Energiekonzern Rosneft seinen japanischen Partnern die Teilnahme an mehreren Projekten in der Öl- und Gasproduktion und Petrochemie angeboten. Zudem haben die japanischen Unternehmen Mitsui und Jogmec ihre Investition im Gesamtumfang von 5 Mrd. Dollar in das Flüssiggas-Großprojekt Arctic LNG 2 von Novatek final zugesichert. Russland und China wollen ihre Zusammenarbeit  vor allem in den Bereichen Landwirtschaft, Energiewirtschaft, Industrie und Dienstleistungssektor (Verkehr, Tourismus, IKT) vertiefen.

Mit seinem indischen Amtskollegen Narendra Modi sprach Präsident Wladimir Putin unter anderem über einen Freihandel zwischen Indien und der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU), die Teilnahme indischer Energiekonzerne an LNG-Projekten sowie den Bau von Atomkraftwerken. Zudem haben beide Länder beschlossen, den bilateralen Außenhandel bis 2025 auf 30 Mrd. Dollar zu steigern. Auch mit Südkorea soll eine Freihandelszone in den Bereichen Dienstleistungen und Investitionen entstehen.

Laut Putin sind im Rahmen eines Entwicklungsprogramms für den Fernen Osten über 145.000 neue Arbeitsplätze entstanden. Das Wirtschaftswachstum sei mit rund 20% deutlich höher als der Landesdurchschnitt. Die Region habe in den letzten Jahren knapp 30% aller ausländischen Netto-Direktinvestitionen in Russland auf sich vereint. Mit 1,5 Mio. von insgesamt 8,5 Mio. Einwohnern im Schul- oder Collegealter habe der Fernen Osten eine gute demographische Struktur. Investitionscluster gebe es in den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Gas, Chemie, Verarbeitung und Logistik. 

Zurück