AHK Russland: “Nord Stream 2 ist auch ein Mittelstandsprojekt“

Im Rahmen ihrer traditionellen großen Russlandkonferenz in Berlin hat die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK Russland) ein Positionspapier zur Erdgaspipeline Nord Stream 2 vorgestellt. Die AHK plädiert für die planmäßige Umsetzung des Projektes.

In einem 9 Punkte umfassenden Positionspapier betont die AHK die Bedeutung der im Bau befindlichen Pipeline für die deutsche und europäische Versorgungssicherheit und fordert die planmäßige Umsetzung des 9-Milliarden-Projektes.

„Der Erdgas-Importbedarf Europas wird künftig steigen. Grunde dafür sind vor allem die rückläufige Eigenproduktion in Europa, aber auch der Kohleausstieg in Deutschland“, sagte Rainer Seele, Präsident der AHK Russland und Vorstandschef des österreichischen Energiekonzerns OMV.  „Um in Zukunft Versorgungssicherheit zu gewährleisten und günstige Energiepreise sicherzustellen, sind zusätzliche Transportkapazitäten sowie eine Diversifizierung der Transportrouten notwendig. Die Versorgung mit kostengünstigem Pipelinegas ist eine wesentliche Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie. Aus diesem Grund ist Nord Stream 2 für Europa ein äußerst wichtiges Projekt.“

Der Vorstandschef der AHK Russland, Matthias Schepp, betonte die Bedeutung der Ostsee-Pipeline für den Mittelstand. An dem Projekt sind rund 670 europäische Unternehmen aus den Bereichen Bauwirtschaft, Stahlindustrie, Verkehr, Logistik, Ingenieurwesen, Umwelt sowie Projekt- und Qualitätsmanagement beteiligt. „Etwa 350 dieser Firmen, die direkt für Nord Stream 2 arbeiten, sind Mittelständler, die Hunderte weitere, mittelständische Firmen als lokale Zulieferer und Dienstleister beauftragt haben“, heißt es in dem Positionspapier. Das derzeit größte Infrastrukturprojekt der EU hat europaweit 30.000 Arbeitsplätze geschaffen.

Auch die Energie-Tarife der deutschen Industrie sind indirekt an die Pipeline gekoppelt. Der Standort Deutschland hat bereits heute die höchsten Stromkosten für mittelständische Industriebetriebe, die zusätzliche Lieferkapazitäten von Gas über die Ostsee-Pipeline werden sich positiv auf die Strompreise für Privatkonsumenten und Unternehmen auswirken.

„Insgesamt hat der Diskurs um die Ostseepipeline eine politische Brisanz entwickelt, die auf sachlicher und wirtschaftlicher Ebene nicht nachvollziehbar ist“, erklärte AHK-Chef Schepp. „In Fragen seiner Energieversorgung darf sich Deutschland nicht dem Diktat oder Einfluss anderer Mächte unterwerfen, egal ob es dabei um Russland oder Amerika geht. Deutschland ist nicht der 51. Bundestaat der USA.“

Nach seiner Fertigstellung soll Nord Stream 2 über 1220 Kilometer durch die Ostsee führen. Ab Ende 2019 sollen darüber 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr aus Russland nach Deutschland fließen.

An dem Projekt mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 9,5 Mrd. Euro ist der russische Gaskonzern Gazprom beteiligt sowie fünf europäische Energiekonzerne mit jeweils 950 Mio. Euro: Wintershall und Uniper aus Deutschland, OMV aus Österreich, Royal Dutch Shell aus den Niederlanden und Großbritannien sowie Engie aus Frankreich.

Die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer mit derzeit rund 850 Mitgliederfirmen ist die Interessensvertretung deutscher Unternehmen in Russland und Teil des weltweiten AHK-Netzwerks.

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Kontakt:
Alexej Knelz
Leiter Kommunikation
E-Mail: knelz(at)russland-ahk.ru
Telefon: +7 495 234 49 50

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