Der dritte Tag der GRID-Reise: Bosch und der entfesselte Roboter

Am dritten und letzten Tag der GRID-Delegationsreise nach Baden-Württemberg ging es zu einem der allergrößten deutschen Familienunternehmen: Bosch, wo die vierte industrielle Revolution bereits gelebt wird.

Den Bericht über den 1. Tag der Delegation in Baden-Württemberg lesen Sie hier.

Den Bericht über den 2. Tag der Delegation in Baden-Württemberg lesen Sie hier.

Der Stuttgarter Stadtteil Feuerbach wird dominiert vom ältesten Standort des Konzerns. Erst seit vergangenem Jahr ragt hier ein weiteres, unverkennbar modernes Gebäude in die Höhe, das „IT-Campus“ getauft wurde. Wozu braucht aber der Vater des grünen Akkuschraubers so etwas? Bosch ist natürlich weit mehr als Schrauben und Bohren – unter anderem einer der größten Automobilzulieferer der Welt und inzwischen auch ein IT-Unternehmen mit weltweit 20.000 angestellten Programmierern. In Feuerbach arbeiten jetzt viele von ihnen an der digital-vernetzten Zukunft des gesamten Unternehmens.

Wie das alles zusammenpasst, erklärte Stefan Aßmann, der den Unternehmensbereichs Bosch Connected Industry leitet und damit in Stuttgart und Bosch-Werken weltweit für Industrie 4.0 zuständig ist. Lange habe sich sein Unternehmen als Hersteller von Dingen verstanden, die mit den Händen zu greifen sind. Doch inzwischen ist in fast allem, was den Namen Bosch trägt, Software enthalten. Zwei Drittel der Erzeugnisse sind schon Teil des „Internets der Dinge“, also untereinander oder über das Internet vernetzt. In wenigen Jahren sollen alle Produkte online sein. In der besonders vielfältigen Bosch-Welt chattet zum Beispiel das Auto von unterwegs mit der Klimaanlage zu Hause, damit es dort zum richtigen Zeitpunkt angenehm wird. Ganz ähnlich geht es auch in den Fabriken von Bosch selbst zu, wo fast alles mit allem vernetzt ist und immer mehr Daten miteinander austauscht. Dadurch wird jeder erdenkliche Parameter der Produktion gesteigert – die vierte industrielle Revolution eben.

Bei Bosch legen sie trotzdem Wert darauf, dass weiterhin der Mensch der wichtigste Macher in der Fabrik bleibt. Den Arbeiter unterstützen, statt ihn zu ersetzen, das ist die Rolle der neuen Technologien. Je produktiver die Arbeitsplätze, desto sicherer sind sie. Wie das funktionieren kann, sah die Delegation im Feuerbacher Werk für Motorpumpen. Hier haben einige Maschinen bereits Gefühle für ihre menschlichen Kollegen entwickelt. Dezent halten sie inne, wenn Arbeiter ihren mit Kunstleder bezogenen Roboterarmen nahe kommen. Ihre „Haut“ ist mit etwa 200 Sensoren bestückt und eine Bosch-Eigenentwicklung. Dank ihr muss der Roboter nicht mehr wie ein wildes Raubtier im Käfig gehalten werden. Wer weiß, was aus dieser cleveren Ecke Deutschlands noch so alles zu erwarten ist.

Bojan Krstulovic

Mehr zur Initiative finden Sie im entsprechenden Bereich auf der AHK-Website: GRID.

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Ansprechpartner

Thorsten Gutmann

Leiter der Abteilung Kommunikation