Deutsch-Russische Auslandshandelskammer eröffnet neuen Stammsitz in Moskau

Die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK) hat am Dienstag unter hochrangiger Beteiligung aus Politik und Wirtschaft ihren neuen Stammsitz in der russischen Hauptstadt Moskau eröffnet. Die AHK ist seit 20 Jahren in Russland präsent und hat im vergangenen Jahr die 17. Etage des neuen und preisgekrönten Büro- und Wohnkomplexes "Filigrad" des Stararchitekten Sergej Tschoban erworben. Matthias Schepp, Vorstandsvorsitzender der AHK, sagte im Rahmen der Eröffnungszeremonie: "Mit dem Immobilienerwerb senken wir in einem politisch und wirtschaftlich schwierigen Umfeld die Bürokosten signifikant und können so die stark erhöhte Nachfrage nach Beratung und Lobbytätigkeit verbessern und ausbauen." Mit Filigrad erhält die AHK eine zeitgemäße Anlaufstelle, in der die drei Organisationen AHK, Delegation der Deutschen Wirtschaft und das Informationszentrum der Deutschen Wirtschaft auf einer statt bisher vier Etagen eng zusammenarbeiten. Ehrengäste des Abends waren Dr. Ulrich Nußbaum, Staatssekretär des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi), Rüdiger von Fritsch, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in der Russischen Föderation, Aser Talybow, stellvertretender Minister für wirtschaftliche Entwicklung der Russischen Föderation sowie Alexej Mordaschow, Vorstandsvorsitzender des Sewerstal-Konzerns und Vize-Präsident der Deutsch-Russischen Auslandhandelskammer. 

Der Bezirk Fili, in dem Filigrad liegt, ist Teil von Bolschoi City, einem Schwerpunkt des neuen Stadtentwicklungskonzept der Moskauer Stadtregierung. In atemberaubender Geschwindigkeit wandelt sich auf der anderen Flussseite von Moscow City das heruntergekommene Gewerbegebiet aus Sowjetzeiten in ein schmuckes Wohngebiet mit zahlreichen Büros und einer eleganten Uferpromenade. "Der Umzug in die Nähe von Moscow City, dem Zentrum des Moskauer Businesslebens, ist ein Beweis dafür, dass die deutsche Wirtschaft trotz Sanktionen am russischen Markt festhält", so Schepp. "Vielen deutschen Firmen ist es in den vergangenen, nicht einfachen, von Protektionismus und politischen Unsicherheiten geprägten Jahren gelungen, stärker zu wachsen als der russische Markt. Die Anzahl von Fabrikeröffnungen oder Fabrikerweiterungen bleibt beachtlich." 

Nach Angaben der Deutschen Bundesbank betrugen die Netto-Direktinvestitionen deutscher Firmen im größten Flä­chenstaat der Erde allein 2018 stolze 3,2 Milliarden Euro  – ein Rekordwert seit der globalen Finanzkrise vor zehn Jahren. Auch der deutsch-russische Handel stieg 2018 um 8,4 Prozent auf 61,9 Milliarden Euro an. Die deutschen Importe aus Russland legten im Vorjahresvergleich um 14,7 Prozent zu und betrugen rund 36 Milliarden Euro. Die Exporte nach Russland sind um 0,6 Prozent auf 25,9 Milliarden Euro gestiegen, geht aus Berechnungen des Statistischen Bundesamts hervor. Laut AHK-Vorstandschef Schepp schlage sich das starke Interesse am deutsch-russischen Handel auch im AHK-Mitgliederwachstum nieder. Die AHK ist der einzige ausländische Wirtschaftsverband in Russland mit deutlich ansteigendem Zuspruch, in den vergangenen beiden Jahren stieg die Mitgliederzahl um zehn Prozent auf knapp 900.

Im Rahmen der offiziellen Einweihung des neuen Stammsitzes der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer in Moskau hat die Hypermarktkette Globus Russland das Memorandum für einen gemeinsamen Wirtschaftsraum von Lissabon bis Wladiwostok unterzeichnet. Volker Schaar, Sprecher der Geschäftsführung von Globus Russland, der Ko-Vorsitzende der Initiative Ulf Schneider, Geschäftsführer der Unternehmensberatung SCHNEIDER GROUP und Matthias Schepp, Vorstandsvorsitzender der AHK Russland, betonten während der feierlichen Unterzeichnungszeremonie die Bedeutung wirtschaftlicher und politischer Zusammenarbeit zwischen West und Ost. Schepp: „Mehr und mehr Unternehmen sind inzwischen der Initiative beigetreten. Unsere Umfragen zeigen, dass die Eurasische Wirtschaftsunion (EAWU) immer größere Bedeutung für deutsche Unternehmen gewinnt, die in Russland und den anderen vier EAWU-Mitgliedsstaaten tätig sind. Daher haben wir unter dem Dach der AHK einen Normendialog zwischen Deutschland und Russland und zwischen der EAWU und EU initiiert.“

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Die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer ist die Vertretung deutscher Unternehmen in Russland und russischer Unternehmen in Deutschland. Sie hat derzeit 874 Mitgliedsunternehmen und ist damit der größte ausländische Wirtschaftsverband in Russland. Die Zahl der Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung in Russland belief sich Ende 2018 auf 4.461 Firmen.

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