Deutsche Investitionen in Russland um 26% gestiegen

Die Deutsch-Russische Auslandhandelskammer (AHK) sieht trotz Sanktionen gute Perspektiven im Russlandgeschäft

Deutsche Unternehmen haben im vergangenen Jahr so stark in Russland investiert, dass die Netto-Direktinvestitionen im Vergleich zum Vorjahr um 26,4 Prozent auf zwei Milliarden Euro angestiegen sind. Dies geht aus Statistiken der Deutschen Bundesbank hervor, die von der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) in Russland analysiert wurden.

„Dies ist einer der höchsten Werte seit dem Zerfall der Sowjetunion“, erklärte AHK-Vorstandsvorsitzender Matthias Schepp in Moskau. „Russland ist ein großer Markt und ein interessantes Land für Investitionen.“ Der niedrige Rubelkurs und ein hohes Ausbildungsniveau sind gute Voraussetzungen, im größten Flächenstaat der Erde eine Fabrik aufzubauen oder zu kaufen. Im Doing Business Index der Weltbank hat sich Russland seit 2011 von Platz 124 auf Platz 31 verbessert.

„Der wirtschaftliche Reformzug ist trotz der innenpolitischen Verhärtungen und der anhaltenden Konfrontation mit dem Westen nicht entgleist“, sagt Matthias Schepp. „In einigen Bereichen ist es der russischen Regierung unter dem Druck relativ niedriger Preise für Öl und Gas und der westlichen Sanktionen gelungen, das Investitionsklima deutlich zu verbessern.“

Der jüngsten Geschäftsklima-Umfrage der AHK und des Ost-Ausschuss - Osteuropavereins (OAOEV) zufolge, konnten 56 Prozent der deutschen in Russland tätigen Firmen ihren Umsatz steigern, jeder dritte Firma plant weitere Investitionen in 2019

Deutsch-russischer Handel auf Wachstumskurs

Auch der deutsch-russische Handel stieg 2018 um 8,4 Prozent auf 61,9 Milliarden Euro und nähert sich damit wieder seiner Höchstmarke von 81 Milliarden Euro im Jahr 2012 an. Die positive Entwicklung spiegelt sich auch in der Mitgliederanzahl der AHK wider, die in den vergangenen beiden Jahren um 10 Prozent auf 874 Firmen gewachsen ist.

„Das sind erfreuliche Zahlen, auch wenn uns gelegentliche Schläge gegen das Investitionsklima Sorgen bereiten“, erklärte Matthias Schepp. Ende Februar wurde der amerikanische Investor und Gründer des Investitionsfonds Baring Vostok, Michael Calvey, in Moskau verhaftet. Ihm wird vorgeworfen, über 30 Millionen Euro veruntreut zu haben. Die AHK hat gemeinsam mit anderen Wirtschaftsverbänden in einer Stellungnahme zu einem fairen und verhältnismäßigen Vorgehen im Fall Calvey aufgerufen.

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Die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer ist die Vertretung deutscher Unternehmen in Russland und russischer Unternehmen in Deutschland. Sie hat derzeit 874 Mitgliedsunternehmen und ist damit der größte ausländische Wirtschaftsverband in Russland. Die Zahl der Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung in Russland belief sich Ende 2018 auf 4.461 Firmen.

Kontakt:

Alexej Knelz
Leiter der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit
E-Mail: knelz(at)russland-ahk.ru
Telefon: +7 495 234 49 50

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