Deutsche und russische Wirtschaft starten Initiative für Digitalisierung

Bei der Russian Business Week des Unternehmerverbandes RSPP in Moskau haben deutsche und russische Unternehmen eine Initiative für Digitalisierung der russischen Wirtschaft gestartet. Diese soll den bilateralen Dialog im Bereich Industrie 4.0 voranbringen. Ein gemeinsamer Showroom für Digitalisierung in Moskau ist geplant.

Deutsche und russische Unternehmen wollen auf dem Gebiet der Digitalisierung künftig eng zusammenarbeiten. Dazu haben drei Wirtschaftsverbände und mehrere Großunternehmen in Anwesenheit des russischen Vizepremierministers Arkadij Dworkowitsch am Mittwoch in Moskau die „German Russian Initiative for Digitalization“ (GRID) vorgestellt. „Wir hoffen, dass diese Initiative ein effizientes Werkzeug zur Steigerung der Produktivität der russischen Wirtschaft wird, um wettbewerbsfähige Produkte für den globalen Markt zu entwickeln“, sagte Dworkowitsch.

Der Initiative gehören unter anderem Siemens, SAP, der russische Telekommunikationskonzern Rostelekom, das russische Unternehmen Zyfra (Renova Group), die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK), der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (OA), das Innovationszentrum Skolkowo und der russische Unternehmerverband RSPP an.

„Die Initiative zeigt, dass auch in politisch schwierigen Zeiten Zusammenarbeit in wichtigen Zukunftsfeldern möglich ist“, sagte der AHK-Vorstandsvorsitzende Matthias Schepp bei der Eröffnungsrede. „Deutschland ist bei Industrie 4.0 ganz vorn, Russland hat großartige Software-Ingenieure und große Wachstumsraten im E-Commerce.“

„Die digitale Lösungskompetenz deutscher Unternehmen, besonders in industrienahen Feldern, ist weltweit führend,“ sagt Michael Harms, Geschäftsführer des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft: „Ich bin überzeugt, dass wir im Rahmen der GRID diese Kompetenz noch stärker mit der Nachfrage unserer russischen Partner verzahnen und so die Entwicklung gemeinsamer Projekte vorantreiben können.“

GRID wurde durch ein Memorandum des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft (OA) und des RSPP angestoßen, das beim Petersburger Wirtschaftsforum im Juni 2017 unterzeichnet wurde. Das Hauptziel von GRID ist es, europäische Best Practices auf den Gebieten Digitalisierung und Innovation in der russischen Wirtschaft zu implementieren und so ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Auch sollen die deutsch-russischen Produkte durch Erfahrungsaustausch im digitalen Bereich verbessert und ihre Marktanteile weltweit erhöht werden. Dafür werden die Teilnehmer der Initiative russische Firmen bei der Definition und Umsetzung der Strategie für die Digitalisierung der russischen Wirtschaft unterstützen.

„Die Schnelligkeit, mit der neue Technologien entstehen, ist die wichtigste Herausforderung für die moderne Wirtschaft“, sagt Natalya Parmenova, Executive Manager SAP CIS. „Davon, wie schnell diese neuen Technologien in der russischen Wirtschaft ankommen, hängt die Rolle Russlands und seiner Unternehmen in der digitalen Zukunft ab“, so die Managerin. SAP Russland nehme an GRID Teil, um seine Erfahrung auf dem Gebiet der Digitalisierung und Innovation mit den russischen Partnern zu teilen. Die ersten Projekte mit führenden Industrieunternehmen aus Russland seien bereits angelaufen, so Parmenova.

„Die Initiative für die Digitalisierung der Wirtschaft richtet sich an den Bedürfnissen der Industrie und der Infrastruktur aus, die ohne digitale Technologien nicht mehr denkbar sind“, sagt Dietrich Möller, Präsident von Siemens Russland. „Die Digitalisierung der Unternehmen und ganzer Branchen sichert ihre Wettbewerbsfähigkeit und Effizienz. Ich bin sicher, dass die Erfahrung von „Siemens“ mit der Einführung digitaler Best-Practice-Lösungen dem russischen Markt helfen wird“, betonte der Siemens-Chef bei seiner Begrüßungsrede.

„Obwohl Russland bei Smart Manufacturing noch aufholt, verfügt das Land über große Potentiale im Bereich der künstlichen Intelligenz, weil die mathematische Bildung gut ist und die Nachwuchskräfte reichlich vorhanden sind“, sagte Igor Bogatschow, Generaldirektor von Zyfra, einem Unternehmen, das sich auf die KI-Forschung im Industrie- und Gesundheitssektor spezialisiert. „Wir sind bereit, nicht nur von den europäischen Kollegen zu lernen, sondern auch unsere Erfahrung zu teilen. Und wir rufen andere Unternehmen auf dem russischen Markt auf, GRID zu unterstützen“, sagt der Zyfra-Chef.

Die Fachgebiete, auf denen sich führende Experten deutscher und russischer Unternehmen im Rahmen einer Arbeitsgruppe austauschen werden, sind vielfältig und reichen von Digital Enterprise über Smart Manufacturing bis hin zu Blockchain-Technologien und Industrie 4.0. Später soll ein Showroom für erfolgreiche Digitalisierungsprojekte in Moskau gebaut werden, der die Leistungen und Fähigkeiten deutscher Unternehmen auf dem Gebiet der Digitalisierung demonstriert.

Mehr zur Initiative finden Sie im entsprechenden Bereich auf der AHK-Website: GRID.

Kontakt:

Alexej Knelz, Leiter Abteilung Kommunikation
E-Mail: presse(at)russland-ahk.ru
Telefon: + 7 (495) 234 4950
www.russland.ahk.de

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