Deutsche Wirtschaft appelliert an Maas und Lawrow

Die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK) macht sich für die Wiederaufnahme des regulären Luftverkehrs zwischen beiden Staaten stark. Fünfter Managerflug in Moskau gelandet.

Im Vorfeld des Treffens von Bundesaußenminister Heiko Maas mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow Anfang kommender Woche appelliert die Deutsch-Russisch Auslandshandelskammer an die beiden Minister, sich für die Wiederaufnahme des regulären Flugverkehrs zwischen beiden Staaten einzusetzen. Sie sind seit März durch die Anti-Corona-Maßnahmen beider Länder unterbrochen.

„Die Unterbrechung des Personenverkehrs geht mit vielen persönlichen Tragödien einher. Sie hat aber auch massive Folgen auf Investitions- und Instandhaltungsprojekte in beiden Ländern“, sagte AHK-Vorstandsvorsitzender Matthias Schepp. „Eine Öffnung der Grenzen würde daher wie ein zusätzliches zweites Konjunkturpaket in den bilateralen Wirtschaftsbeziehungen wirken“. In Briefen an Minister hat die AHK konkrete Vorschläge gemacht, wie die Wiederaufnahme des kommerziellen Flugverkehrs mit hoher Gesundheitsvorsorge verbunden werden kann, beispielsweise durch Nachweis von negativen Coronatests vor Abflug.

Am frühen Freitagmorgen ist derweil der fünfte Sonderflug aus Frankfurt mit deutschen Topmanagern an Bord am Moskauer Flughafen Domodedowo gelandet. Die Rückholflüge für in Russland tätige deutsche Unternehmer werden von der AHK Russland und der Deutschen Botschaft in Moskau seit Juni organisiert. Mehr als 250 deutsche Geschäftsleute konnten so bereits nach Russland zurückkehren. „Damit viele auf Eis gelegte Investitionsvorhaben wiederbelebt werden können, brauchen wir aber eine Normalisierung des Reiseverkehrs und statt langer Quarantänezeiten Schnelltests an den Flughäfen“, so AHK-Vorstandsvorsitzender Schepp.

An Bord des fünften Lufthansa-Sonderfluges LH1450, der heute in Domodedowo landete, waren 136 Passagiere, darunter Führungskräfte von Mercedes-Benz, Ritter Sport, Europas größtem Milchbauer Ekoniva, dem Pumpenbauer Wilo und Viessman, Technikexperten, aber auch zahlreiche Diplomaten von Botschaften europäischer Staaten in Moskau sowie Journalisten.

„Wir hoffen, dass der derzeitige tote Punkt durch die Moskau-Reise von Bundesaußenminister Heiko Maas überwunden wird“, erklärte AHK-Chef Schepp.


Die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer ist die Vertretung deutscher Unternehmen in Russland und russischer Unternehmen in Deutschland. Mit rund 900 Mitgliedsunternehmen ist die AHK der größte ausländische Wirtschaftsverband in Russland. Derzeit sind im russischen Markt 4.274 Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung aktiv. Die deutschen Direktinvestitionen nach Russland betrugen 2019 rund 2,1 Milliarden Euro. 


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Ansprechpartner

Thorsten Gutmann

Leiter der Abteilung Kommunikation