Deutscher Botschafter hofft auf Fertigstellung von Nord Stream 2

"Kein Land kann zwei Dingen entfliehen: das eine ist seine Geschichte, das andere seine Geografie", erklärte der deutsche Botschafter Dr. Géza Andreas von Geyr auf der jährlichen Russland-Konferenz der IHK Düsseldorf am Donnerstag vergangener Woche, bei der die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK) traditionell Partner ist.

Dass laut einer Konjunkturumfrage der AHK Russland im Dezember 32% der deutschen Unternehmen in Russland im Jahr 2021 mehr Mitarbeiter einstellen wollen, ist für von Geyr ein Zeichen, dass “die Aussicht auf gute Geschäfte immer noch hoch ist.” Dem Botschafter zufolge profitiert davon auch Russland, da deutsche Unternehmen stabile, gut bezahlte Arbeitsplätze bieten.

"Wir brauchten einander und wir werden uns auch in Zukunft brauchen", sagte von Geyr in Bezug auf seinen Vorredner Matthias Platzeck, Ministerpräsident a.D. und Vorsitzender des Deutsch-Russischen Forums, der in seiner Keynote bedauerte, dass es manchmal so wirke, als ob einige Entscheidungsträger die Frage stellen könnten, ob die beiden Länder sich überhaupt noch bräuchten.

"Wir stehen am Anfang vieler neuer Herausforderungen wie dem Klimawandel und der durch die Pandemie ausgelösten Gesundheitskrise, die gezeigt hat, dass wir über wissenschaftlichen Austausch und Geschäftsbeziehungen grenzüberschreitend zusammenarbeiten müssen“, erklärte von Geyr.

"Seit 50 Jahren arbeiten wir im Bereich der Energieversorgung zuverlässig und qualitativ zusammen", sagte der hochrangige Diplomat, aber Russland und Deutschland müssten nicht nur bei Öl und Gas, sondern auch bei neuen nachhaltigeren Technologien wie Wasserstoff kooperieren.

Bei der so häufig gestellten Frage, ob die Nord-Stream-2-Pipeline fertig gebaut wird, erklärte von Geyr, er könne nicht in die Zukunft sehen, sei aber optimistisch, dass das Energieprojekt abgeschlossen werde. "Ich hoffe, das Projekt wird gebaut", sagte der Botschafter.

Der Russische Botschafter in Deutschland Sergej Netschajew forderte in seinem Grußwort dazu auf, „zusätzliche Berührungspunkte zu finden“ und bezeichnete das Potenzial der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Russland als enorm. Der im Dezember gegründete Unternehmerrat, könnte ein wichtiges Instrument sein, um dieses Potenzial auszuschöpfen. Auf der deutschen Seite haben AHK-Präsident Rainer Seele und der Vorsitzende des Ostausschusses der Deutschen Wirtschaft Oliver Hermes den Co-Vorsitz inne, von russischer Seite Wirtschaftsminister Maxim Reschetnikow.

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Thorsten Gutmann

Leiter der Abteilung Kommunikation & Marketing