Dialog mit Regierung Tatarstans: Lukrative Anreize für deutsche Firmen

Deutsche Unternehmen sind Investitionschampions in der Republik Tatarstan. Mit umfassenden Fördermaßnahmen will die Regierung in Kasan weitere Investoren in die Region holen. Zahlreiche Standorte mit fertiger Infrastruktur sollen Mittelständler zu einem Schnellstart in der Region an der Wolga verhelfen. Vor allem darum ging es beim „Dialog mit der Regierung Tatarstans“, den die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer gemeinsam mit dem deutschen Honorarkonsul in Kasan, Arno Scheyer, organisierte.

„Tatarstan zählt seit vielen Jahrzehnten zu den wichtigsten Partnern der AHK“, sagte Matthias Schepp, Vorstandsvorsitzender der AHK Russland und Delegierter der Deutschen Wirtschaft in Russland. In der Region seien mehr als 90 Unternehmen mit deutschem Kapital erfolgreich aktiv. Die Regierung Tatarstans schaffe die notwendigen Bedingungen, um die Region für ausländische Investoren attraktiv zu halten.

Tatarstan geizt wahrlich nicht mit Anreizen für das Geschäftemachen. Dafür spricht unter anderem, dass verschiedene Ratings die Investitionsattraktivität Tatarstans stets hoch bewerten. Im nationalen Ranking der russischen Regionen mit dem besten Investitionsklima rangiert Tatarstan auf Platz zwei. Dadurch bieten sich auch für deutsche Unternehmen sehr gute Geschäftschancen.

Maria Jepifanzewa, Vizechefin der Agentur für Investitionsentwicklung der Republik Tatarstan, berichtete über diverse Initiativen, mit denen vor Ort tätige Unternehmen unterstützt und neue angelockt werden sollen. Deutschland sei im vergangenen Jahr der Investor Nummer eins in Tatarstan gewesen, die regionale Regierung sei an einer Lokalisierung deutscher Unternehmen interessiert, betonte Jepifanzewa. In Tatarstan gebe es viele freie Nischen, für die die regionale Regierung ausländische Unternehmen gewinnen möchte. Das regionale Industrie- und Handelsministerium biete den Unternehmen eine umfassende Unterstützung bei der Integration in den russischen Markt an. Firmen, die auf Lokalisierung setzten, würden beratend unterstützt. Um sie über Unterstützungsmaßnahmen, Subventionen und auch andere Vorteile besser zu informieren, habe die Regierung Tatarstans in Kooperation mit der Sber-Bank die App „Moi subsidii“ (zu dt.:„Meine Subventionen“) gestartet. 

Für Mittelständler aus Deutschland, die an einem Schnellstart in Tatarstan interessiert seien, stünden zahlreiche Standorte mit der benötigten Infrastruktur und gut ausgestatteten Räumlichkeiten zur Verfügung, ergänzte Jepifanzewa. Als Beispiel nannte sie den Technologiepark Chimgrad, gebaut nach Plänen des deutschen Unternehmens Infraserv Höchst, und den Industriepark KIP Master mit Schwerpunkt Maschinenbau. In Tatarstan gibt es Jepifanzewa zufolge für fast jede Branche – von Elektronik bis Landwirtschaft – einen geeigneten Produktionsstandort.

Über seine Erfolgsgeschichte in Tatarstan berichtete Marco Schülken, Chef des Formenbauers Schülken Form RUS. Mit Unterstützung des zuständigen Kontaktbüros von Thüringen International habe er sämtliche notwendigen Beratungen und schlüsselfertigen Lösungen erhalten. Auf diese Weise konnte er sein Geschäft in Russland schnell und erfolgreich lokalisieren. Moskau sei möglicherweise viel zu groß für ein kleines oder mittelständiges Unternehmen, gab Schülken zu bedenken. „Deshalb ist Tatarstan für uns die beste Option.“

Doch die Zusammenarbeit zwischen Tatarstan und Thüringen ist nicht auf den Bereich Wirtschaft beschränkt, wie Gusel Schaichullina, Repräsentantin des Freistaates Thüringen in Russland, bei dem Treffen ausführte. Beide Regionen würden auch in den Bereichen Kultur und Bildung kooperieren. Zur Koordinierung der Zusammenarbeit sei die Arbeitsgruppe „Tatarstan-Thüringen“ eingesetzt worden. Die in Tatarstan ansässigen Unternehmen könnten auch beim Eintritt in den europäischen Markt mit Unterstützung der Behörden Tatarstans rechnen, betonte Emil Schenfeld vom Zentrum für Exportförderung der Republik Tatarstan. Das Zentrum berät zu außenwirtschaftlichen Aktivitäten, hilft bei der Übersetzung von Dokumenten , übernimmt einen Teil der Zertifizierungskosten und unterstützt bei der Suche nach Geschäftspartnern im Ausland.

All diese Maßnahmen sollen die Region für ausländische Unternehmen und Investoren attraktiver machen. Honorarkonsul Arno Scheyer sieht in diesem beiderseitig vorteilhaften Austausch große Entwicklungschancen in verschiedenen Bereichen und auf allen Ebenen. Alle notwendigen Informationen über die Region finden Sie auf dem Investitionsportal der Republik Tatarstan und auf der  AHK-Website.

Zurück

Ansprechpartner

Thorsten Gutmann

Leiter der Abteilung Kommunikation & Marketing