Digitale Brücken bauen: Deutsch-Russische Initiative für Digitalisierung präsentiert ihre Roadmap

Am 24. Mai 2018 fand am Rande des St. Petersburger Internationalen Wirtschaftsforums die Veranstaltung „Digitale Brücken bauen: Erweiterung der Deutsch-Russischen Initiative für Digitalisierung “ („GRID“) statt, zu der die Initiative ihren Eventkalender für 2018 vorstellte und einen baldigen Beitritt neuer Teilnehmer ankündigte. An der Sitzung nahmen die Leiter des Russischen Verbandes der Industriellen und Unternehmer (RSPP), des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) sowie der Mitgliedsfirmen der Digitalisierungsinitiative teil.

Die Wirtschaftsvertreter beider Länder, die im Rahmen der „German-Russian Initiative for Digitization“ (GRID) Partner sind, haben das rund ein Jahr nach dem Start der Initiative stattfindende Treffen genutzt, um von den geplanten bilateralen Gesprächen, Wirtschaftsmissionen und Foren sowohl auf Leitungs- als auch auf Expertenebene zu berichten. In ihre Roadmap 2018 nahm die GRID 30 Veranstaltungen verschiedenster Art auf: Tagungen zu Design Thinking, Expertensitzungen, Besuche an russischen und deutschen Referenzstandorten mit Industrie 4.0-Kompetenz und sogar die Verleihung einer eigenen Preiskategorie im Rahmen des Industrie-Marathons „Effiziente Produktion“.

Nach einer kurzen Führung auf dem Stand des GRID-Unternehmens SAP, bei der Projekte smarter Häfen, Stadien, Schienen und Cases der Residenten des russischen Innovationszentrums „Skolkovo“, SmartWiz und Agronote, sowie gemeinsame Lösungen von Zyfra und SAP „Dispatcher“ vorgestellt wurden, richtete Natalia Parmenowa, Generaldirektorin der SAP CIS, ein Grußwort an die Gäste. Sie bemerkte, dass „fast die Hälfte der Paneldiskussionen und Runden Tische auf dem Petersburger Wirtschaftsforum der Anwendung digitaler Technologien in verschiedenen Lebensbereichen gewidmet sind – von der Medizin über die Umwelt bis hin zu Industrie. Das betont noch einmal die Wichtigkeit der Arbeit in unserer Inititative.“ Wir sind froh, neue GRID-Mitglieder begrüßen zu dürfen und hoffen, dass wir gemeinsam noch viele weitere Projekte mit der Einführung neuer Technologien in den Sektoren der russischen Wirtschaft verwirklichen können“, erklärte sie. 

Auf der Veranstaltung wurde unter anderem eine kurz bevorstehende Erweiterung der Initiative bekanntgegeben. Der Vorstandsvorsitzende der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer, Matthias Schepp, teilte mit, dass sich die Beitrittsverhandlungen mit der Volkswagen Group, einem der größten Konzerne Deutschlands, in der Schlussphase befinden: „Seit dem GRID-Start ist bereits das Unternehmen Bosch neu hinzugekommen. Zurzeit verhandeln wir mit anderen bekannten deutschen Firmen, die Interesse an einem Beitritt zu GRID geäußert haben. Digitalisierung ist für unsere 800 Mitglieder ein Schlüsselthema – die Räume bei den Sitzungen unseres AHK-Digitalisierungskomitees sind immer prall gefüllt. In den kommenden Wochen führen wir dabei auch gemeinsame Sitzungen mit dem GRID-Partner RSPP durch.“ 

RSPP-Präsident Alexander Schochin sprach über die Pläne der Initiative bis Ende 2018 und ging dabei insbesondere auf die für Herbst 2018 geplanten Besuche der russischen GRID-Unternehmen an Referenzstandorten ihrer deutschen Partner ein. „Wir gehen davon aus, dass die russischen Unternehmen, die sich entweder bereits an GRID beteiligen oder dies bald tun werden, die im Rahmen dieser Besuche vorgesehenen B2B-Gespräche und Workshops sowie Besuche bei Industrie 4.0-Standorten dazu nutzen, ihre digitale Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen, ihr Projektportfolio zu erweitern, neue Märkte zu erschließen und stets die höchsten Qualitäts-anforderungen zu erfüllen. Die deutsche Seite, die durch weltweit führende Anbieter und Nutzer digitaler Produktionstechnologien vertreten ist, wird ihrerseits die Gelegenheit haben, ihre Erfahrungen bei der Optimierung von komplexen Produktionsverfahren zu präsentieren und uns für neue Geschäftspartnerschaften zu gewinnen“, so Schochin. Er empfahl den Anwesenden, sich nicht nur den bevorstehenden Besuch an Referenzwerken in Deutschland anzuschließen, sondern auch nach Möglichkeit an allen Veranstaltungen der Initiative teilzunehmen.

Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Michael Harms pflichtete Alexander Schochin bei. Er erinnerte daran, dass die Initiative bilateral sei und viele Veranstaltungen daher in Deutschland abgehalten würden. „Wir stellen ein großes Interesse deutscher Firmen an einer Zusammenarbeit mit Russland im digitalen Bereich fest. Dabei besteht gerade in Deutschland nach wie vor Informationsbedarf darüber, was die bestehenden Möglichkeiten und Rahmenbedingungen anbelangt. Deswegen möchten wir uns bei der Vorbereitung der geplanten Veranstaltungen aktiver einbringen.“

Beide Seiten betonten, dass es notwendig sei, nicht nur Technologien und theoretische Ansätze auszutauschen, sondern auch Erfahrungen bei der Umsetzung von Innovationen, ihrer Anpassung an die Marktbedürfnisse und der Schaffung neuer Ökosystemen. Sie luden alle Interessenten dazu ein, diese Themen im Juli auf der Messe INNOPROM in Jekaterinburg zu besprechen, wo die GRID eine Reihe von Veranstaltungen zum Potential der Digitalisierung der russischen Industrie durchführen wird.

GRID-Roadmap herunterladen

Hintergrund:

GRID wurde durch ein Memorandum des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft (OA) und des RSPP angestoßen, das beim Petersburger Wirtschaftsforum im Juni 2017 unterzeichnet wurde.

Bei der Sitzung der Strategischen Arbeitsgruppe Wirtschaft und Finanzen der Bundesregierung und der Deutschen Regierung (SAG) im Oktober 2017 hat Staatssekretär Mathias Machnig (BMWi) die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK) gebeten, interessierte deutsche und russische Firmen zum Thema Digitalisierung ins Gespräch zu bringen, um auszuloten, ob eine SAG-Unterarbeitsgruppe „Digitalisierung“ gegründet werden kann, wie von der AHK auf der SAG-Sitzung vorgeschlagen.

Kontaktperson:

Julia Pokoptseva, Projektkoordinatorin der Deutsch-Russischen Initiative für Digitalisierung der Wirtschaft

Tel.: +7 (495) 234 49 53
Fax: +7 (495) 234 49 51
Mob.:+7 (916)0247426
E-Mail: pokoptseva(at)russland-ahk.ru

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