EAWU-Konferenz in Minsk: weniger Handelsbarrieren, technische Regulierung gemeinsam gestalten

Am 9. November 2018 fand in Minsk (Belarus) die Konferenz „Eurasische Wirtschaftsunion: Bedeutung, Erfolge, Entwicklungschancen“ statt. Ihre Teilnehmer sprachen sich für den Abbau von Handelsbarrieren aus und einigten sich auf die Fortsetzung des Dialogs zur technischen Regulierung. Sechs Unternehmen sind der Initiative eines gemeinsamen Wirtschaftsraumes von Lissabon bis Wladiwostok beigetreten.

In Fortsetzung der Konferenz „Neue Regeln, neue Räume - Chancen in Russland und der EAWU“ im Februar 2017 in Berlin fand am 9. November 2018 in Minsk die thematisch daran anknüpfende Konferenz „Eurasische Wirtschaftsunion: Bedeutung, Erfolge, Entwicklungschancen“ statt. Die Veranstaltung wurde von den drei Außenwirtschaftsvertretungen - der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK Russland), der Delegation der Deutschen Wirtschaft für Zentralasien und der Repräsentanz der Deutschen Wirtschaft in Belarus (RDW) – gemeinsam organisiert.

Ein besonderer Dank für die freundliche Unterstützung gilt dem diesjährigen Konferenzpartner: Schneider Group.

Alle Beiträge und Präsentationen der EAWU-Konferenz können Sie hier herunterladen.

Rund 200 Gäste folgten der Einladung nach Minsk, um sich über den Fortschritt bei der Schaffung eines gemeinsamen Marktes innerhalb der EAWU zu informieren.

Schlüsselthemen technische Regulierung und Zollwesen

Am Vortag der Konferenz, dem 8. November, tagten zudem zwei Runde Tische zur technischen Regulierung und zum Zollwesen in der EAWU. Schwerpunkt des runden Tisches zur technischen Regulierung waren die Zertifizierung- und Akkreditierungssysteme der EAWU und die Möglichkeiten für deren künftige Harmonisierung mit dem europäischen System der technischen Regulierung. Auf dem Round Table zum Zollwesen wurden Fragen der Implementierung des Zollkodex der EAWU, der internen Kontrollmechanismen und der Zollverwaltung diskutiert.

Zum Runden Tisch für technische Regulierung war eine Delegation des deutschen Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) nach Minsk gereist. Der Unterabteilungsleiter „Normung, Standardisierung und Sicherheit“, Helge Engelhard, sprach sich für den Ausbau der bestehenden Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zwischen Europa und der EAWU aus. Dazu gelte es, bestehende Barrieren abzubauen, um einen störungsfreien Handel zu ermöglichen.

Gerade im Bereich der technischen Regulierung komme es auf die Mitarbeit der internationalen Unternehmerschaft an, die sich etwa bei Normungs- und Standardisierungsfragen aktiv an der Ausgestaltung der Rahmenbedingungen beteiligen und entsprechende Möglichkeiten in der EAWU für sich nutzen sollten.

Technische Regulierung gemeinsam gestalten

Die Vertreter der Eurasischen Wirtschaftskommission (EAWK) schlossen sich der Auffassung ihrer deutschen Kollegen an. Lili Maksudjan, Abteilungsleiterin für technische Regulierung und Akkreditierung der EAWK, stellte ihre Pläne vor, das System der technischen Regulierung in der EAWU innerhalb der nächsten Jahre grundlegend zu reformieren. Sie hat die internationale Unternehmerschaft dazu eingeladen, sich aktiv an den entsprechenden Diskussionen zu beteiligen.

Die AHK Russland und das BMWi werden ihren Dialog zur technischen Regulierung mit der EAWK vorantreiben und laden alle Interessenten zur Teilnahme ein.

Die Konferenz wurde mit der Plenarsitzung vom Vorstandsvorsitzenden der AHK Russland Matthias Schepp eröffnet. Während der Podiumsdiskussion wurden die Erfolge und Herausforderungen der EAWU in den ersten vier Jahren ihres Bestehens diskutiert.

Wiktor Nasarenko, Minister für technische Regulierung der EAWU hat den Konferenzteilnehmern seine Sicht auf dieses Fachgebiet erläutert. Anschließend wurden zwei parallele Expertenpanels ausgerichtet, bei denen die Schaffung eines gemeinsamen digitalen Raums der EAWU und diverse Zollfragen besprochen wurden. Am Expertenpanel zum Zollwesen nahm Mukaj Kadyrkulow, Minister für die Zusammenarbeit im Bereich Zoll, teil, und am Panel zum gemeinsamen digitalen Raum beteiligte sich Alexander Petrow, Referent der Ministerin der EAWK für Binnenmärkte, Informatisierung und IKT.

Außerdem fand im Rahmen der Konferenz eine feierliche Unterzeichnung des Memorandums für die Schaffung eines gemeinsamen Wirtschaftsraums von Lissabon bis Wladiwostok statt. Dabei traten die Unternehmen Schaeffler, Thost Projektmanagement, Drees + Sommer, Kuehne + Nagel, Phoenix Contact, Severstal sowie die Delegation der deutschen Wirtschaft für Zentralasien dieser Initiative bei.

 

Die nächste EAWU-Konferenz der deutschen Wirtschaft zur findet im Herbst 2019 in der kasachischen Hauptstadt Astana statt.

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Ansprechpartner

Thorsten Gutmann

Leiter der Abteilung Kommunikation