EU soll Russland zum Partner machen

Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK) kritisiert EU-Wasserstoffstrategie und fordert Pilotprojekt mit Russland

„Es ist bedauerlich, dass Russland in der neuen EU-Wasserstoffstrategie nicht als potenzieller Partner erwähnt wird“, sagt Matthias Schepp, Vorstandsvorsitzender der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK). „Russland als bewährten Energiepartner bei der Wasserstoff-Zukunftstechnologie einzubeziehen liegt im Interesse der Wirtschaft und der Verbraucher, die niedrige Energiepreise brauchen. Die AHK hatte Anfang der Woche in einem Positionspapier für einen zügigen Auf- und Ausbau der deutsch-russischen Wasserstoffpartnerschaft plädiert, die von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und dem russischen Industrie- und Handelsminister Denis Manturow im Februar in Berlin verkündet worden war.“

Die Europäische Union hat am gestrigen Mittwoch ihre EU-Wasserstoffstrategie für eine klimaneutrale Zukunft bis 2050 vorgestellt. Darin wird auch die Wichtigkeit internationaler Partnerschaften mit Nicht-EU-Staaten betont. Russland als jahrzehntelanger Energielieferant Europas findet darin aber keine Erwähnung.

„Für einen funktionierenden und belastbaren Wasserstoffmarkt in Europa braucht es verlässliche Partnerschaften und zuverlässige Energielieferanten. Aus Erneuerbaren allein kann weder wettbewerbsfähig noch in ausreichenden Mengen Wasserstoff produziert werden“, sagt Torsten Murin, Managing Director Russland des führenden unabhängigen europäischen Gas- und Ölproduzenten Wintershall Dea und im Vorstand der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) zuständig für Energie. „Zudem sollten die Pläne technologieoffen umgesetzt werden: Blauer und türkiser Wasserstoff aus Erdgas können den dringend nötigen Markthochlauf beschleunigen. Dazu kann Russland einen wichtigen Beitrag leisten. Das kommt letztlich auch grünem Wasserstoff aus Erneuerbaren zugute.“


Die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer ist die Vertretung deutscher Unternehmen in Russland und russischer Unternehmen in Deutschland. Mit rund 900 Mitgliedsunternehmen ist die AHK der größte ausländische Wirtschaftsverband in Russland. Derzeit sind im russischen Markt 4.274 Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung aktiv. Die deutschen Direktinvestitionen nach Russland betrugen 2019 rund 2,1 Milliarden Euro.


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Ansprechpartner

Thorsten Gutmann

Leiter der Abteilung Kommunikation