Fotostrecke: Deutsche Top-Manager und Diplomaten zurück in Russland

Um 2.27 Uhr ist heute der vierte Manager-Rückkehrflug aus Frankfurt nach Beginn der Corona-Krise am Moskauer Flughafen Domodedowo gelandet. Die Flüge werden von der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) und der Deutschen Botschaft für in Russland tätige deutsche Top-Manager, Technikexperten, Diplomaten und andere Spitzenkräfte organisiert.

1. AHK-Vorstandsmitglied Hansjürgen Overstolz, Präsident der Bosch-Gruppe in Russland und Nachbarländern, kehrte nach dreieinhalb Wochen in Deutschland und Frankreich nach Moskau zurück und fand es ein „tolles Gefühl, wieder russischen Boden zu betreten“. Die Ungewissheit, ob das auch wirklich klappt, habe bis zum Morgen vor dem Abflug angedauert. „Ich bedanke mich bei allen, die daran mitgewirkt haben, im Vorfeld, aber auch hier auf dem Flughafen. Ich wurde sofort von AHK-Vertretern begrüßt, die uns durch diesen administrativen Hürdenlauf geführt haben.“ Nach der nächtlichen Ankunft steht für Overstolz heute bereits die erste Pressekonferenz auf dem Programm. Wegen der nötigen Selbstquarantäne per Skype.

2. Für Michael Kindermann war der nächtliche Flug keine Rückkehr nach Russland, sondern eine Premiere:  Er tritt seinen Job als Leiter Produktion bei BMW in Russland an und löst Jens Ritter ab. Das sollte eigentlich bereits zum 1. April erfolgen. Jetzt ist es fast vier Monate später der Fall. Die „Organisation durch die AHK und auch die Unterstützung durch unsere Kollegen hier in Russland war wunderbar“, sagte der Manager. Nun will Kindermann vor allem darauf achten, in den 14 Tagen vorgeschriebener Selbstisolation „keinen Lagerkoller“ zu bekommen, wie er schmunzelnd verrät.

3. Jakob Falk leitet als Geschäftsführer das Unternehmen Dienes Rus in Tula und war mehr als vier Monate nicht mehr in Russland. Nun gebe es viel zu tun, seine Firma sei gerade sehr gefragt, weil mit ihren Schneidwerkzeugen das Material für die Mund- und Nasenschutzmasken geschnitten wird. Deshalb habe man fieberhaft nach einer Möglichkeit gesucht, dass der Manager nach Russland zurückkehren könne. Doch nun muss Falk erst einmal zwei Wochen in einem Hotelzimmer in Quarantäne. Falk hatte darauf gehofft, in Tula im Krankenhaus einen Corona-Test machen zu können und danach „einer freier Mann“ zu sein. Die AHK setzt sich für Schnelltests statt lange Selbstisolation ein.

4. Alexander Berthold,  Geschäftsführer von Assmann Beraten + Planen, brachte im Frühjahr seine Familie aus Moskau in die Heimat an der Ostseeküste. Zurück ging es nun erst im zweiten Versuch, der erste vor zwei Wochen scheiterte direkt vor dem Abflug in Frankfurt. Und nun in Moskau habe er bei der Abfertigung auch befürchtet, wieder zurückgeschickt zu werden. Berthold regte an, dass die russischen Behörden erlauben, die Formulare schon im Flieger auszufüllen. „Dann wäre das alles wesentlich schneller gegangen“, sagte er.  Die Familie kommt im August nach, „hoffentlich“. Bertholds drei Kinder gehen in Moskau zur Schule.

André Fritsche, dem Leiter Regierungskontakte bei der AHK, und seiner Mannschaft  spricht Berthold ein großes Dankeschön auf. „Die haben sich richtig reingehangen. Das ist ja wirklich ein Kraftakt mit der Organisation dieser Flüge, den Behörden und Listen. Da sind die AHK-Mitarbeiter nicht zu beneiden.“ Fritsche konnte sich außer über die Managerrückkehr auch über einige Urlaubsmitbringsel aus Mecklenburg-Vorpommern freuen, die Berthold als Dank überreichte.

 

Texte: Tino Künzel

Fotos: Yulia Pasechnik

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