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Pressemeldung

„Industrie 4.0“: Digitaler Wandel ist überlebenswichtig

05.10.2021

Als Teil der Deutsch-Russischen Digitalisierungsinitiative (GRID) hat am vergangenen Freitag das GRID Discrete.Meetup zum Thema „10 Jahre Industrie 4.0: Ergebnisse und Perspektiven“ stattgefunden. Die Teilnehmer tauschten Meinungen darüber aus, warum gerade jetzt die Digitalisierung so wichtig ist und warum sich Deutschland und Russland in diesem Bereich auf Augenhöhe begegnen sollten.

Alle Redner der Plenarsitzung waren sich einig, dass das Thema Digitalisierung vor allem in der Corona-Pandemie stark in den Vordergrund rückte. Ob Arbeit, Studium oder Veranstaltungen – alles findet inzwischen im „hybriden Format“, also sowohl online als auch offline statt. Ein Zurück ins „normale Leben“ sei nicht möglich.

„Vor zehn Jahren lebten wir noch in einer anderen Welt. Jetzt sind zehn Jahre vergangen und wir leben in einer völlig neuen. Die Welt hat sich verändert, die Wirtschaft hat sich verändert. Wir, die RSPP, sind sehr offen für Innovationen. Wir wollen, dass sich die russische Wirtschaft entwickelt, wir wollen, dass Erfahrungen ausgetauscht werden“, betonte Sergej Mytenkow, Vizepräsident des russischen Verbands der Industriellen und Unternehmer (RSPP).

Das Leben verändere sich heutzutage rasant, betonte AHK-Vorstandsvorsitzender Matthias Schepp. Unternehmen müssten Schritt halten, um zu überleben. Selbst Deutschland, Vorreiter in der Automobilindustrie, muss laut AHK-Chef Schepp bei der Digitalisierung in den nächsten Gang schalten, um technologisch nicht den Anschluss zu verlieren.  

Wissenstransfer auf Augenhöhe 
Die Vorstellung vom technologischen Rückstand Russlands entspreche nicht mehr der Realität, betonte der Geschäftsführer von SAP CIS, Andrej Filatow. Das Land habe die weltweit besten IT-Fachkräfte und ein hohes technologisches Potenzial, was auch die Industriemesse Innoprom gezeigt habe. Als Beispiel nannte Filatow die Fleischverarbeitungsfabrik „Tscherkisowski“ – die erste vollständig automatisierte Fabrik in Russland.  

Laut Schepp sind seine deutschen Bekannten beim Besuch in Moskau oft darüber erstaunt, wie modern die russische Hauptstadt ist. In Moskau ist es gang und gäbe, überall mit dem Smartphone zu zahlen, bestätigte RSPP-Vizepräsident Mytenkow. Auch bei der Gesichts- und Spracherkennung sei Russland Deutschland um Einiges voraus.  

Die GRID-Initiative wurde laut Sergej Mytenkow ins Leben gerufen, um die technologischen Lücken in Russland mit deutschem Know-how zu füllen, aber auch um russische Ingenieurlösungen nach Deutschland zu bringen. Ein gutes Beispiel sei die langjährige Zusammenarbeit mit Siemens, bei der auch russisches Wissen im Maschinenbau genutzt worden sei.  

KMU als Hoffnungsträger  
Die Zeit der einseitigen Beziehungen im Bereich der Digitalisierung sei vorbei, ergänzte AHK-Vorstandsvorsitzender Matthias Schepp. Nicht nur die Russen können von Deutschen lernen, sondern auch umgekehrt. „Wir sind für offene Grenzen und Technologieaustausch“, hob Elina Bojtschenko, Expertin für technologische Transformation, hervor. Mytenkow äußerte die Meinung, dass kleinen und mittelständischen Unternehmen die Zukunft gehört. „In unserer Zeit des Outsourcings werden sie die Aufgaben effektiver lösen und damit den Großkonzernen helfen.“ Immer mehr mittelständische Unternehmen würden sich der GRID-Initiative anschließen. 

Die GRID-Initiative (German-Russian Initiative for Digitization) wurde 2017 Russischen Verband der Industriellen und Unternehmer (RSPP) und dem Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft beim St. Petersburger Internationalen Wirtschaftsforum offiziell ins Leben gerufen und begann Anfang 2018 aktiv zu funktionieren. Der Initiative haben sich daraufhin die AHK Russland und mehrere führende russische und deutsche Unternehmen angeschlossen. Kernziel der Initiative ist die Intensivierung des deutsch-russischen Dialogs in der Digitalwirtschaft und insbesondere im Bereich „Industrie 4.0“.

Ansprechpartner

Thorsten Gutmann

Leiter der Abteilung Kommunikation & Marketing