Jahresauftakt der AG Umwelt und Abfallwirtschaft

Derzeit müssen 81 russische Regionen neue Regeln für Sammlung, Sortierung, Recycling und Entsorgung von Siedlungsabfällen einhalten. Dies ist Teil einer groß angelegten milliardenschweren Abfallreform, die am 1. Januar 2019 in Kraft getreten ist. Im Zuge der Reform hat die AHK Russland die digitale Abfallplattform „germantech“ ins Leben gerufen, auf der deutsche Unternehmen ihre modernen Technologien und Dienstleistungen anbieten können. Die Weiterentwicklung der Plattform war Thema der Jahresauftaktsitzung der AHK-Arbeitsgruppe Umwelt und Abfallwirtschaft am 17. Januar.

  • @ pixabay
  • @ pixabay

Die im November 2019 mit Geldern des deutschen Bundesumweltministeriums gestartete Abfallplattform „germantech“ soll künftig regelmäßig mit News rund um das Thema Abfallwirtschaft in Russland bespielt werden. Dies teilte der AHK-Vorstandsvorsitzende Matthias Schepp mit. Geplant sind auch Interviews mit relevanten Unternehmensvertretern und Reportagen über Best Practices in den Bereichen Müllverarbeitung und Umweltschutz. In Zukunft soll die Plattform auch die Möglichkeit bieten, Geschäftspartner für Wasser- und Luftreinigung zu finden.

Zur Weiterentwicklung von „germantech“ wurde eine Unterarbeitsgruppe gegründet. Ihre Aufgabe ist es, die Plattform nicht nur für Business-Vertreter attraktiv zu machen, sondern auch für politische Strukturen, die in Russland für die Umsetzung der Abfallreform zuständig sind. Dadurch soll für die langjährige deutsche Erfahrung und Expertise in diesem Industriebereich geworben werden.

Ökologie und Nachhaltigkeit sind zentraler Schwerpunkt des Deutschlandjahrs 2020/2021 in Russland, das mit Bundesgeldern gefördert wird. Darauf hatte die stellvertretende AG-Vorsitzende und GIZ-Landesdirektorin Julia Grischenkowa bereits im Vorjahr aufmerksam gemacht. Ziel des Deutschlandjahrs ist es unter anderem, die deutsch-russische Zusammenarbeit bei wichtigen Schlüsselthemen wie Umwelt zu verbessern.

81 russische Regionen müssen laut Umweltministerium die im Rahmen der Abfallreform beschlossenen Regeln für Müllentsorgung seit Januar 2020 einhalten. Eine Ausnahme bilden unter anderem die Städte Moskau und St. Petersburg, die die Umsetzung der Reform auf 2022 verschoben haben. Ziel der Reform ist es, die Recyclingquote für kommunale Abfälle von aktuell 7% bis 2024 auf 36% zu erhöhen. Die AG Umwelt und Abfallwirtschaft hat im vergangenen Jahr ein Positionspapier der AHK entwickelt, in dem sich die deutsche Wirtschaft als Partner für die Bewältigung dieser Mammutaufgabe anbietet.

Die stellvertretende AG-Vorsitzende Julia Grischenkowa hat angekündigt, dass sie im April eine auswärtige AG-Sitzung in Kaluga organisieren wird. Falls Sie Fragen zur AG Umwelt und Abfallwirtschaft haben oder sich inhaltlich an unserer Arbeit beteiligen möchten, setzen Sie sich bitte mit dem Koordinator Andrej Sisych (E-Mail: sisych(at)russland-ahk.ru) in Verbindung.

Ein Bericht von Margarita Afanasyeva.

Zurück

Ansprechpartner

Thorsten Gutmann

Leiter der Abteilung Kommunikation