Mehrwertsteuer in Russland steigt ab 2019 auf 20 Prozent

Der Mehrwertsteuersatz in Russland soll zum 1. Januar 2019 von 18 auf 20 Prozent erhöht werden. Das hat die russische Staatsduma am 24. Juli 2018 in dritter und letzter Lesung beschlossen. Für bestimmte Lebensmittel, Kindernahrung, Gesundheitsprodukte und Inlandsflüge soll weiterhin ein ermäßigter Steuersatz gelten.

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Ausgangspunkt der bereits seit längerem geplanten Erhöhung waren die sogenannten steuerlichen Manöver des russischen Finanzministeriums, die ursprünglich einen Umsatzsteuersatz von 22% vorsahen, der jedoch von einer teilweisen Herabsetzung der Sozialabgaben für Unternehmen flankiert werden sollte. Dieser Punkt wird wohl, genauso wie diskutierte Einkommensteuererhöhung, zunächst nicht umgesetzt werden.

Zu befürchten ist, dass sich die Umsatzsteuerhöhung auf die Verbraucherpreise auswirkt, da die Unternehmen die Erhöhung auf den Endkunden umlegen werden.

Laut dem stellvertretenden Ministerpräsidenten und Finanzminister Anton Siluanow werden die zusätzlichen Einnahmen aus der Mehrwertsteuererhöhung ab 2019 jährlich mehr als 600 Milliarden Rubel (rund 8,3 Mrd. Euro nach aktuellem Wechselkurs) betragen. Sie sollen dazu verwendet werden, die "nationalen Entwicklungsziele" zu finanzieren, die Präsident Wladimir Putin per Dekret im Mai festgelegt hatte. Zu den Zielen zählen etwa die Halbierung der Armut, eine Erhöhung der Realeinkommen, höhere Arbeitsproduktivität sowie eine Erhöhung der Lebenserwartung. 

Zum Inkrafttreten des Gesetzes muss es noch der Föderationsrat bestätigen und der Präsident unterschreiben. 

Dies ist eine Meldung des Steuerkomitees der AHK Russland.

Link: Gesetzesprojekt (Russisch)

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