Mercedes-Benz eröffnet Werk in Russland

Am 3. April weihte Mercedes-Benz feierlich seine neue Produktion in Russland ein. Im PKW-Werk „Moscovia“, das rund 40 Kilometer von Moskau entfernt liegt, wird der Premium-Hersteller künftig vier Modelle für den russischen Markt fertigen. Der Daimler-Konzern investierte über 250 Mio. Euro in seinen Russland-Standort.

Weniger als zwei Jahre Bauzeit, rund 1000 Mitarbeiter, 25 000 Fahrzeuge Jahreskapazität – das sind die Eckdaten des neuen Mercedes-Benz-Werks bei Moskau, das am 3. April unter Teilnahme von Russlands Präsident Wladimir Putin, Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Daimler-Chef Dieter Zetsche feierlich eröffnet wurde.

"Die deutsche Wirtschaft wächst trotz Sanktionen nach wie vor sehr stark in Russland. Das zeigen große Investitionen der Autobauer wie Mercedes, aber auch Volkswagen sowie zahlreiche mittelständische Unternehmen. Deutsche Firmen haben im vergangenen Jahr so stark in Russland investiert, dass die Netto-Direktinvestitionen im Vergleich zum Vorjahr um 26,4 Prozent auf zwei Milliarden Euro angestiegen sind", sagt AHK-Vorstandsvorsitzende Matthias Schepp.

Produzieren für den russischen Markt

„Moscovia“, so der Name des neuen Russland-Standorts, liegt rund 40 Kilometer nordwestlich von Moskau im Industriepark Esipovo und erstreckt sich über eine Fläche von 85 Hektar. Von hier aus will Mercedes-Benz den lokalen Markt bedienen – zunächst mit E-Klasse-Limousinen, später mit drei weiteren SUV-Modellen. 2019 sollen hier bereits 5 000 Fahrzeuge vom Band rollen, die Auslastung liegt bei 25000 Einheiten pro Jahr. Derzeit verkauft Mercedes-Benz in Russland rund 38 000 PKW pro Jahr, leichte Nutzfahrzeuge eingerechnet.

„Wir werden derartige Projekte, die von russischen Unternehmen und internationalen Partnern gemeinsam umgesetzt werden, auch in der Zukunft nach Kräften unterstützen“, sicherte Präsident Wladimir Putin in seiner Rede zu. Mercedes-Benz werde von der Vertiefung des Russland-Geschäfts nicht enttäuscht sein, so Putin. Immerhin verspricht sich der russische Haushalt in den nächsten zehn Jahren Mehreinnahmen von vier Milliarden Rubel (rund 60 Mio. Euro) vom neuen Standort, gab der russische Präsident an – zusätzlich zu den 19 Milliarden Rubel (mehr als 250 Mio. Euro), die der Daimler-Konzern bereits in die Russland-Produktion investiert habe.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier schlug in seiner Rede positive Töne an. Die russische Wirtschaft habe in den vergangenen 20 Jahren große Erfolge gemacht. „Wir haben bei diesem großen Leuchtturmprojekt den Beweis dafür, dass die russisch-deutsche Kooperation noch viel stärker ausgebaut werden kann“, so Altmaier.

„Das Mercedes-Benz Werk Moscovia ist ein weiterer Baustein unserer Strategie, dort zu produzieren, wo unsere Kunden sind. Und davon profitieren beide Partner: Russland und Mercedes-Benz“, sagte Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars.

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