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Messe-Comeback in Moskau: Putins Staatskarosse und deutsche Firmen auf Automechanika

06.09.2021

Mit der internationalen Fachmesse MIMS Automechanika Moscow traf sich die Autozulieferindustrie in der vergangenen Woche nach zweijähriger Unterbrechung zum großen Stelldichein. 600 Marken aus 18 Ländern konnten sich vom 23. bis 26. August einem breiten Publikum vorstellen. Auch einige deutsche Unternehmen präsentierten sich auf der Messe in der russischen Hauptstadt.

Für Anna Manwelowa, Generaldirektorin des Veranstalters ITEMF Expo, war die Messe in diesem Jahr besonders wichtig, denn sie feierte ihr 25-jähriges Jubiläum und fand nach der Corona-bedingten Pause erstmals wieder im Präsenzformat statt. Die Ausstellung bringt Entscheider der Automobilindustrie und Behörden zusammen. Die Messeteilnehmer konnten sich auf vier Tage Networking und B2B-Treffen freuen.

„Das ist eines der Top-Events in Russland. Wir sind sehr stolz, dass wir diese Veranstaltung organisieren konnten“, betonte Manwelowa. Wegen der Pandemie und teils immer noch geschlossener Grenzen seien diesmal weniger Teilnehmer aus dem Ausland gekommen. „Firmen aus 18 Ländern, die es nach Russland schafften, haben mit uns einige Klippen umschiffen müssen.“

ITEMF Expo habe den ausländischen Unternehmen bei der Beschaffung der Sondervisa geholfen. „Dass sich die Unternehmen getraut haben, nach Russland zu kommen, ist ein weiterer Beweis für uns, dass die Messe für die Industrie wichtig ist.“ Auch die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer habe ihre Unterstützung angeboten. „Die AHK unterstützt uns natürlich immer, und auch diesmal war das der Fall. Dank unseren Kollegen von der AHK konnten wir uns in den komplizierten Einreiseverfahren für ausländische Fachkräfte zurechtfinden.“

Die Generaldirektorin der Messeveranstalters wies darauf hin, dass die Russen pandemiebedingt momentan viel mehr mit dem Auto fahren. Weniger Neuwagen würden derzeit gekauft, dafür umso mehr Autos zur Wartung in die Werkstatt gebracht. „Natürlich ist das für die Ersatzteilindustrie ein positiver Trend.” Allerdings gebe es Engpässe bei Halbleitern, wovon vor allem die Automobilindustrie betroffen sei. Auf dem russischen Markt sei ein Automangel zu beobachten: „Die Nachfrage übersteigt momentan das Angebot und in nächster Zukunft wird sich die Lage kaum ändern.“

Auch deutsche Firmen stellen aus

An der Messe beteiligten sich auch deutschen Unternehmen wie Kistenmacher Auto+Technik, TecAlliance, Zekkert und SBS Deutschland teil. TecAlliance – seit über 25 Jahren der weltweit führende Daten-Spezialist für die vernetzte Zusammenarbeit im digitalen Automotive Aftermarket, mit Sitz im bayerischen Ismaning – war bereits zum zweiten Mal auf der Messe vertreten. „Unser Hauptanliegen hier ist es, Hersteller in Russland darüber zu informieren, dass wir Informationen über ihre Produkte elektronisch automatisieren und strukturieren können und ihre Internetpräsenz ausbauen“, so Unternehmensvertreter Pawel Jeschow. Die russische Niederlassung von TecAlliance sei bereits seit drei Jahren auf dem Markt und suche aktiv nach Partnern. Für das Unternehmen haben sich vergangene Messeteilnahmen auf jeden Fall gelohnt: „Wir haben viele neue Kontakte geknüpft und auch unseren Bestandskunden zusätzliche Informationen über unsere Produkte bereitstellen können.“ Der russische Markt sei für Deutschland von großem Interesse, da er zusätzliche Kunden biete.

Entwickler von Putins Staatskarosse stellt sich vor

Ein Messehighlight kommt aus dem Kreml-Fuhrpark: die Luxuslimousine Aurus. Entwickelt wurde die Nobelkarosse vom staatlichen Forschungszentrum NAMI.

„Wir haben uns darauf gefreut, auf der Messe Kontakte zu knüpfen. Die Kompetenzen von NAMI sind noch nicht allen Unternehmen bekannt, was bedeutet, dass wir für uns Werbung machen müssen“, sagte Damir Bibkow, Verkaufsmanager von NAMI. 

NAMI habe die Entwicklung des Aurus-Limousinen mit Designskizzen und Knetgummi-Modellen begonnen. Danach sei die gesamte Dokumentation und die für die Serienproduktion nötigen Technologien festgelegt worden. „Dies zeigt, dass wir in der Lage sind, den kompletten Service für alle Autokomponenten zu bieten.“

Ansprechpartner

Thorsten Gutmann

Leiter der Abteilung Kommunikation & Marketing