Neue US-Sanktionen gefährden die deutsche Wirtschaft in Russland

Die geplanten Sanktionen der USA gegen Russland gefährden die deutsche Wirtschaft in Russland und eröffnen neue Konfliktfelder. Die deutsche Unternehmerschaft in Russland lehnt Sanktionen als Instrument, politischen Willen durchzusetzen, ab. Die europäische Politik muss verhindern, dass US-Sanktionen über ihre extraterritoriale Wirkung europäische Unternehmen beeinträchtigen.

Die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK) kritisiert die geplanten US-Sanktionen in ihrer möglichen extraterritorialen Wirkung auf deutsche Unternehmen in Russland. Sie gefährden die deutsche Wirtschaft vor Ort und sorgen für Irritationen.

„Es ist nicht nachvollziehbar, warum die USA erstmals unilateral die Grundlage für neue Sanktionen schaffen wollen“, sagt Rainer Seele, Präsident der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer. „Die geplanten US-Sanktionen gefährden die Energiesicherheit Europas, das auch in Zukunft Gaslieferungen aus Russland brauchen wird, und die deutsche Wirtschaft in Russland“. Laut Seele, CEO des OMV-Energiekonzerns, der am Nord Stream 2-Projekt von europäischer Seite beteiligt ist, werde dadurch der Technologietransfer untergraben und die Unternehmen verunsichert: „Die Sanktionen treiben den Protektionismus voran und schaffen neue Konfliktfelder“, so Seele.

Wirtschaftssanktionen, wie sie nach der Krim-Annexion durch Russland 2014 verhängt wurden, haben die deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen bereits auf eine harte Probe gestellt. Die deutsche Unternehmerschaft in Russland lehnt Sanktionen als Instrument, politischen Willen durchzusetzen, ab: Wie aus der gemeinsamen Geschäftsklima-Umfrage der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer und des Ost-Ausschusses hervorgeht, sind 91 Prozent der befragten 190 deutschen Unternehmen in Russland dagegen.

„Die neuen Sanktionen aus Washington spitzen die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen weiter zu“, sagt Matthias Schepp, Vorstandsvorsitzender der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer. Auf der Strecke blieben dabei Vernunft sowie die Interessen Deutschlands und der Europäischen Union, so Schepp. „Die europäische Politik ist jetzt gefragt, zu verhindern, dass US-Sanktionen über ihre extraterritoriale Wirkung europäische und deutsche Unternehmen in ihrem Russland-Geschäft beeinträchtigen“, fordert Schepp.

Die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer ist die Interessensvertretung deutscher Unternehmen in Russland und russischer Unternehmen in Deutschland und Teil des weltweiten AHK-Netzwerks. Die AHK Russland hat momentan rund 800 Mitgliedsunternehmen.

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