Peter Altmaier und Maxim Oreschkin auf der AHK-Russlandkonferenz in Berlin

Die Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Maxim Oreschkin und der AHK-Vorstandschef Matthias Schepp warben auf der Russland-Konferenz der AHK am 21. Februar in Berlin um eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Russland und Deutschland. Auch zur Ostseepipeline Nord Stream 2 haben die Minister klar Stellung bezogen. Vor Ort waren mehr als 450 Top-Manager und Wirtschaftsexperten.

Auf der großen Russland-Konferenz der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer am 21. Februar in Berlin sprachen die beiden Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Maxim Oreschkin und der AHK-Vorstandschef Matthias Schepp über die Zukunft der deutsch-russischen Zusammenarbeit. Im Saal des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) betonte Bundeswirtschaftsminister Altmaier seine Bereitschaft, das Vertrauen zwischen beiden Ländern stärken zu wollen. Dies gelte auch für die Geschäftsbeziehungen: "Ich bin sehr froh, dass sowohl der Import als auch der Export im vergangenen Jahr gewachsen sind." Ebenso bestätigte Altmaier die Rückendeckung der Bundesregierung für die deutsch-russische Ostseepipeline Nord Stream 2. Zum Thema Sanktionen erklärte Altmaier: "Wir haben kein Interesse an Sanktionen, die auf Dauer die Möglichkeiten der Wirtschaft einschränken. Wir müssen daran arbeiten, dass es eines Tages zu politischen Beschlüssen kommt, die das ändern."

Der russische Wirtschaftsminister Maxim Oreschkin lud die mehr als 450 Konferenzteilnehmer ein, an der Modernisierung der russischen Wirtschaft mitzuwirken. Deutschland sei ein wichtiger Partner Russlands. Das Interesse der deutschen Wirtschaft an der Russland-Konferenz bestätige den Minister in dieser Annahme. Deutsche Unternehmen können sicher sein, dass sie in Russland fair behandelt würden und verlässliche Rahmenbedingungen vorfänden, versprach Oreschkin. Etwa 4.700 deutsche Firmen sind in Russland tätig. Sie beschäftigen etwa 270.000 Mitarbeiter.

Außerdem begrüßte Oreschkin das Bemühen der Bundesregierung, einen schnellen Kompromiss in der Debatte zwischen Berlin und Paris um Nord Stream 2 zu finden. Der Vorstandsvorsitzende von OMV und AHK-Präsident Dr. Rainer Seele bezeichnete dies in seiner Begrüßungsrede sogar als "diplomatische Meisterleistung". Weitere Grußworte richteten der Botschafter der Russischen Föderation in Deutschland, Sergej Netschajew, sowie der DIHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Martin Wansleben an die zahlreichen Top-Manager, Russlandexperten und Journalisten im Saal.

Im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit AHK-Vorstandschef Matthias Schepp, dem russischen Wirtschaftsminister Maxim Oreschkin, OMV-Chef und AHK-Präsident Dr. Rainer Seele und dem stellvertretenden DIHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Volker Treier hat die AHK ein Positionspapier zur Erdgaspipeline Nord Stream 2 vorgestellt. Darin betont die AHK die Bedeutung der im Bau befindlichen Pipeline für die deutsche und europäische Versorgungssicherheit und fordert die planmäßige Umsetzung des 9-Milliarden-Euro-Projektes. An dem Projekt sind rund 670 europäische Unternehmen aus den Bereichen Bauwirtschaft, Stahlindustrie, Verkehr, Logistik, Ingenieurwesen, Umwelt sowie Projekt- und Qualitätsmanagement beteiligt, betonte Matthias Schepp. "Etwa 350 dieser Firmen, die direkt für Nord Stream 2 arbeiten, sind Mittelständler, die Hunderte weitere, mittelständische Firmen als lokale Zulieferer und Dienstleister beauftragt haben", heißt es in dem Positionspapier. Das derzeit größte Infrastrukturprojekt der EU hat europaweit 30.000 Arbeitsplätze geschaffen.

Ein Höhepunkt der Veranstaltung war die Unterzeichnung des Memorandums über einen gemeinsamen Wirtschaftsraum von Lissabon bis Wladiwostok. Beteiligt waren zahlreiche Unternehmen, die stark im Russlandgeschäft engagiert sind, darunter LaModa, Herrenknecht, Beiten Burkhardt und WIKA MERA.

Mehrere Panels mit hochkarätiger Besetzung rundeten die Russland-Konferenz ab. Zum Thema Wettbewerbsfähigkeit diskutierten unter Moderation von AHK-Vorstandschef Matthias Schepp unter anderem Minister Maxim Oreschkin, der CEO und Präsident der BMW Group Russia, Stefan Teuchert, der CEO Central & Eastern Europe and Middle East & Africa der Schaeffler Group, Prof. Dr. Rainer Lindner, sowie der Bereichsvorstand Corporates International der Commerzbank, Roland Boehm.

Ebenso an der Veranstaltung beteiligt waren unter anderem der Präsident und CEO von Robert Bosch Russland, Hansjürgen Overstolz, der Generaldirektor von WIKA MERA, Oleg Goncharow, der stellvertretende Minister für Industrie und Handel der Russischen Föderation, Wassilij Osmakow, der Vice-President International Investor Relations bei der Skolkovo Foundation, Benjamin Wilkening, sowie die Direktorin für strategische Entwicklung bei Rostelecom, Alesja Mamtschur.

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