Rede von AHK-Präsident Dr. Rainer Seele auf AHK-Mitgliederversammlung

Dr. Rainer Seele, Präsident der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) und Vorstandsvorsitzender der OMV AG, hat auf der heutigen AHK-Jahreshauptversammlung eine Rede gehalten, die wir hier veröffentlichen.

Exzellenzen,

Liebe Freunde & Partner, Liebe AHK-Mitglieder,

Sehr geehrte Damen und Herren

Herzlich willkommen auch von meiner Seite.

Es freut mich sehr, Sie alle bei der ordentlichen Mitgliederversammlung der AHK begrüßen zu dürfen.

Wir haben heute Nachmittag ein umfangreiches Programm vor uns – neben den notwendigen formellen Punkten auch eine Vielzahl von spannenden Sprechern.

Vorweg nur ein paar Worte und Gedanken von meiner Seite:

Seit einem Jahr hat sich die Welt grundlegend verändert: Es hat uns eine weltweite Pandemie fest im Griff und zwingt uns mit Herausforderungen aller Art zu leben, die sich zuvor niemand hätte vorstellen können. Die Wirtschaft hatte und hat immer noch mit massiven Einschränkungen zu kämpfen.

Vor diesem Hintergrund macht es mich stolz zu berichten, dass wir in dieser Situation ein Mitgliederwachstum vorweisen können, das seinesgleichen sucht, nämlich von mehr als zehn Prozent.

Es spricht für die Stärke und das Engagement von Ihnen, unseren

1.000 Mitgliedern. Ich möchte jedem einzelnen Mitglied ein großes

Kompliment und meinen Dank dafür aussprechen, dass Sie in diesen Zeiten mit langem Atem agieren und Russland und unserem Verband treu bleiben. Kontinuität und Verlässlichkeit sind unsere Stärken.

Wachstum in schwierigen Zeiten, das spricht auch für das große Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AHK. Auch Ihnen danke ich sehr herzlich.

Und es spricht für die Führungskraft unseres Vorstandsvorsitzenden Matthias Schepp. Dass er sich heute zur Wiederwahl stellt, freut mich sehr.

Matthias Schepp hat uns vorangebracht, die AHK schneller, moderner und digitaler gemacht. Ich würde mich freuen, wenn Sie Matthias Schepp auch für die nächste Amtszeit ihr Vertrauen schenken.

In einem schwierigen Umfeld ist es uns gelungen, unsere Stellung als größter und stärkster ausländischen Wirtschaftsverbandes in Russland auszubauen.

Und wir konnten neue Impulse setzen. Hier nenne ich den deutsch- russischen Unternehmerrat. Von russischer Seite ist Wirtschaftsminister Maxim Reschetnikow der Co-Vorsitzende, von deutscher Seite Oliver Hermes, der Vorsitzende des Ost- Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, und ich. Der im Dezember gegründete Unternehmerrat ist ein weiterer Eckpfeiler für einen gemeinsamen Austausch. Ziel dieses Rates ist es, Probleme zu lösen, die unsere Unternehmen bedrücken.

Trotz globaler Herausforderungen konnten wir im vergangenen Jahr erneut eine spürbare Verschlechterung in den deutsch-russischen Beziehungen sehen.

Aber es gibt auch Hoffnungsschimmer am Horizont. Wirtschaft und Zivilgesellschaft sind weiterhin die Eckpfeiler unserer bilateralen Partnerschaft. Davon zeugt trotz Pandemie eine Nettoinvestitionssumme von mehr als einer Milliarde Euro im vergangenen Jahr.

Eines ist kristallklar: Wir brauchen positive Akzente in unserer Zusammenarbeit und es gibt viele Bereiche auf die wir in unserer Partnerschaft stolz sein können und auf denen wir aufbauen müssen.

Einer davon ist die Versorgung von Europa mit Erdgas, die seit vielen Jahrzehnten funktioniert und die auch vor dem Hintergrund der ambitionierten europäischen Klimaziele weiterhin unerlässlich sein wird.

Denn nur dank der CO2-armen Erdgaslieferungen über Pipelines werden wir die Klimaziele erreichen können, ohne bei Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit Abstriche machen zu müssen.

Diese Kooperation im Energiebereich kann auch neue Technologien wie Wasserstoff umfassen. Wasserstoff wird als eine der Schlüsseltechnologien auf dem Weg zur Klimaneutralität gesehen – wichtig für Industrie und Transport.

Auch hier wird Europa nicht alleine erfolgreich sein können, wir werden Partner brauchen um unser gewohntes, hohes Niveau an ununterbrochener Versorgung mit Energie sicher zu stellen.

Dabei werden die bewährte Gasinfrastruktur und auch die bewährten Partnerschaften mit Gaslieferländern wie Russland entscheidend sein, um den riesigen Bedarf an CO2-neutralem Wasserstoff in Europa abdecken zu können.

Infrastruktur ist ein gutes Stichwort:

Lassen Sie mich an dieser Stelle auch ein paar Worte zur Nord Stream 2-Pipeline sagen: Dieses Projekt, das sich in seiner finalen Bauphase befindet, ist eine weitere Brücke zwischen Russland und Deutschland, und für all jene, die sich der Herausforderungen in der Energieversorgung Europas im Spannungsfeld mit den so wichtigen Klimazielen bewusst sind.

Meine Damen und Herren, ich habe am Anfang die Pandemie erwähnt, die uns alle vor große Herausforderungen stellt.

Aber es gibt auch Lichtblicke, gerade auf Grund der internationalen Bemühungen mit Impfstoffen die COVID-19-Krise in den Griff zu bekommen.

Auch in diesem Bereich zeigt sich, wie wichtig Zusammenarbeit, wie wichtig die Nutzung unserer Kompetenzen ist. Ein positives Signal sind die derzeit laufenden Verhandlungen den russischen Impfstoff Sputnik-V auch in der EU zuzulassen, um unsere Kräfte im Kampf weiter zu bündeln. Ein weiteres starkes Zeichen, dass wir nur gemeinsam erfolgreich sein können.

In diesem Sinne lassen Sie lassen Sie mich mit ein paar lyrischen Gedanken abschließen und uns die diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung starten. Es gibt für uns als AHK viel zu tun.


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