USA und Deutschland investieren am meisten

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Mit einem Anteil von 8,9% an den gesamten ausländischen Direktinvestitionen (FDIs) sind die USA der größte Investor in Russland. Auf Platz 2 folgt Deutschland mit 7,5% und auf Rang 3 das Vereinigte Königreich mit 7,1%. Die Zahlen basieren auf neuen Schätzungen der Welthandels- und Entwicklungskonferenz (UNCTAD) für das Jahr 2017. Laut Handelsblatt haben die USA 39,1 Mrd. Dollar in Russland investiert, Deutschland 33,2 Mrd. Dollar. Dies übersteigt die offiziellen Angaben der russischen Zentralbank und der deutschen Bundesbank um ein Vielfaches.

Grund für die Differenz sei die Berechnungsmethode, so ein Bericht der finnischen Zentralbank. Aus Rechts- oder Steuergründen würden Investoren häufig Drittländer oder Offshore-Zonen für Transaktionen nutzen. Demnach sei Zypern laut der russischen Zentralbank für fast ein Viertel aller FDIs in Russland verantwortlich. Die UNCTAD-Statistik dagegen betrachte die tatsächlichen Ursprungs- und Zielländer der FDIs ("ultimate ownership").

Die Statistik habe einen experimentellen Charakter und könne von der Realität abweichen, heißt es. Die Wichtigkeit von internationalen Finanzhubs wie Hongkong sei nicht ausreichend dargestellt. Dennoch beweisen die Zahlen, dass die USA offenbar deutlich stärker in Russland engagiert sind als bisher angenommen. Dies würde auch erklären, weshalb sich die US-Regierung zuletzt mit schärferen Russland-Sanktionen zurückgehalten hatte, kommentiert das Wirtschaftsportal RBC. „Die offizielle Statistik hat die amerikanischen Russland-Investitionen immer unterschätzt“, meinen auch Experten der Unternehmensberatung EY.

Auch für China ergibt sich ein interessantes Bild: Hongkong ist mit einem Anteil von 18,3% der größte Investor, darauf folgen die USA (9,7%) und Japan (8,2%). Deutschland ist mit 4,9% die fünftgrößte Ursprungsquelle für FDIs in China. / BOFIT (EN), UNCTAD (EN), Handelsblatt (DE)

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