Arbeitsvisum und Arbeitserlaubnis für Russland

Unsere Juristen unterstützen Sie beim Erhalt von Arbeitsvisa und Arbeitserlaubnissen für Russland sowie bei Fragen zum russischen Arbeitsrecht.

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Für ausländische Mitarbeiter in Russland bieten wir ein Dienstleistungspaket an, das unter anderem folgende Leistungen umfasst:

  • Beantragung einer Einladung bzw. eines Arbeitsvisums, 
  • Visaunterstützung,
  • Beantragung von Arbeitserlaubnissen für ausländische Arbeitnehmer (auch hochqualifizierte Spezialisten)
  • Ausarbeitung von Arbeitsverträgen und Zusatzvereinbarungen mit ausländischen Mitarbeitern, 
  • Auflösung eines Arbeitsvertrags,
  • Vertretung bei den russischen Behörden.

FAQ: Arbeiten in Russland

Was gilt es beim Arbeitsrecht in Russland zu beachten?

Das Arbeitsverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf dem Territorium der Russischen Föderation wird durch das Arbeitsgesetzbuch geregelt, das in aller Ausführlichkeit praktisch alle Aspekte der Arbeitstätigkeit behandelt. 

Der russische Arbeitsvertrag

Die Grundlage für ein beliebiges Arbeitsverhältnis in Russland ist der Arbeitsvertrag, der immer in Schriftform geschlossen wird und sowohl für russische Arbeitnehmer als auch für ausländische Arbeitskräfte erforderlich ist.

Obligatorische Komponenten eines Arbeitsvertrags sind folgende Daten:

  • Name und Anschrift des Arbeitgebers und des Arbeitnehmers
  • Ort der Beschäftigung
  • Startdatum der Beschäftigung
  • Position und Arbeitsfunktion
  • Arbeitsbedingungen
  • Beschäftigungsordnung (kann separat definiert werden)
  • Vergütung
  • Art des Arbeitsvertrags (befristet bzw. unbefristet)
  • Arten und Konditionen der Sozialversicherung

Zu beachten: Für den Abschluss eines befristeten Vertrags bedarf es besonderer Gründe, die durch das Gesetz strikt definiert sind.

Der Arbeitsvertrag kann zusätzliche Konditionen enthalten wie etwa: Probezeit, Geheimhaltung vertraulicher kommerzieller Informationen, Urlaub (soweit dies nicht durch die Beschäftigungsordnung geregelt ist), Rechte und Pflichten des Arbeitgebers und des Arbeitnehmers etc.

Bei der Einstellung eines Mitarbeiters darf die evtl. festgelegte Probezeit keine drei Monate überschreiten (für leitende Mitarbeiter und deren Stellvertreter sind es sechs Monate). 

Lohn in Russland

Der Mindestlohn beläuft sich ab 01. Januar 2015 auf 5965 Rubel und wird für jedes Subjekt der Russischen Föderation gesondert festgelegt (in Moskau etwa sind es 16 500 Rubel). Die Höhe der Vergütung eines Arbeitnehmers wird durch den Arbeitgeber aufgrund der Qualifikation des betreffenden Arbeitnehmers nach eigenem Ermessen, jedoch nicht unterhalb des definierten Minimums, festgelegt. 

Zu beachten ist: Die Entlohnung wird in Rubel zweimal monatlich ausbezahlt. Dies ist im Gesetz direkt festgelegt. Der Gesetzgeber und die Überwachungsbehörden kontrollieren die Erfüllung dieser Vorschrift sehr streng; für beliebige Verstöße (Lohn- bzw. Gehaltszahlungen in Fremdwährung) kann der Arbeitgeber mit ernsthaften Strafen belangt werden. 

Arbeitszeit und Urlaub in Russland

Die summarische Arbeitszeitdauer darf 40 Stunden pro Woche nicht übersteigen; Überstunden außerhalb der Arbeitszeit sind mit schriftlicher Zustimmung des Arbeitnehmers bzw. unter bestimmten Umständen möglich. Die Überstunden dürfen in der Summe 120 Stunden im Jahr nicht überschreiten. 

Der garantierte Mindestjahresurlaub beträgt in Russland 28 Kalender- (keine Werk-!) Tage. 

Kündigung im russischen Arbeitsrecht

Ein wichtiger Aspekt ist die Kündigung. Das Arbeitsgesetzbuch regelt diese Prozedur sehr straff. Ein Arbeitnehmer kann nur strikt mit einer im Arbeitsgesetzbuch vorgesehenen Begründung entlassen werden, und zwar in beiderseitigem Einvernehmen der Parteien des Arbeitsvertrags, bei fehlender ausreichender Qualifikation, aus gesundheitlichen Gründen, wegen einmaliger grober Verletzung der Arbeitspflichten durch den betreffenden Arbeitnehmer usw.

Eine in unangemessener Weise abgewickelte Kündigung eines Arbeitnehmers stellt für die Firma ein großes Risiko dar – die Praxis zeigt, dass Arbeitnehmer sich gern ans Gericht wenden und dass ihren Klagen im Falle unrechtmäßiger Kündigung Recht gegeben wird. 

Verträge mit ausländischen Arbeitnehmern in Russland

Zusätzlichen Auflagen der Gesetzgebung unterliegen Arbeitsverträge zwischen russischen Arbeitgebern und ausländischen Arbeitnehmern. So werden Arbeitsverträge mit ausländischen Arbeitnehmern auf unbefristete Dauer geschlossen (befristete Verträge sind in begrenztem Umfang und lediglich mit auch für russische Staatsbürger geltenden Begründungen zulässig, die durch die Gesetzgebung definiert sind). Die Arbeitsverträge mit solchen Arbeitnehmern müssen nunmehr Angaben zu der geltenden Arbeitserlaubnis des betreffenden Arbeitnehmers sowie Daten zur freiwilligen Krankenversicherung enthalten. Ein neues Kapitel sieht ferner zusätzliche Voraussetzungen für die Kündigung von Arbeitsverträgen mit ausländischen Arbeitnehmern und deren Entlassung vor.

Was benötigt ein ausländischer Arbeitnehmer in Russland?

So gut wie alle in der Russischen Föderation tätigen ausländischen Staatsbürger müssen eine Arbeitserlaubnis und ein Arbeitsvisum besitzen. Diese Regelung sieht nur einige wenige Ausnahmen vor, und zwar für:

  • Staatsbürger von Belarus und Kasachstan
  • Ausländer, die eine Aufenthalts- bzw. Niederlassungserlaubnis für Russland besitzen
  • Beschäftigte ausländischer Organisationen, die Arbeiten zur Montage und Inbetriebsetzung von Ausrüstungen auf dem Territorium der Russischen Föderation, Service- und Garantieleistungen sowie nach Ablauf der Garantiefrist Reparaturarbeiten an nach Russland gelieferten technischen Ausrüstungen ausführen, sowie einige weitere Kategorien ausländischer Staatsbürger.

Bitte beachten Sie, dass ausländische Mitarbeiter der in der Russischen Föderation akkreditierten Repräsentanzen und Filialen ebenfalls eine Arbeitserlaubnis und ein Arbeitsvisum besitzen müssen. Die Arbeitserlaubnis und das Arbeitsvisum werden für ausländische Arbeitnehmer für jeweils 12 Monate ausgestellt. Für deren Beschaffung ist der Arbeitgeber zuständig.

Neben einer Arbeitserlaubnis und einem Arbeitsvisum sollte ein ausländischer Arbeitnehmer über folgende Dokumente verfügen:  

  • Registrierung am Aufenthaltsort,
  • Arbeitsvertrag, nach russischem Recht geschlossen.

Nachweis von Sprach-, Geschichts- und Gesellschaftskenntnissen

Es ist wichtig zu berücksichtigen, dass im herkömmlichen Verfahren angestellte ausländische Arbeitnehmer (nicht HQS - siehe unten) Kenntnisse der russischen Sprache, der Geschichte Russlands und der Gesellschaftskunde nachweisen müssen, was mit einem Zertifikat in vorgeschriebener Form belegt wird. Eine Ausnahme bilden ausländische Staatsbürger, die Hochschulbildung in der RF bzw. UdSSR erhielten. Darüber hinaus wird bei der Anstellung ausländischer Staatsbürger im Standardverfahren die Beschaffung eines gleichfalls im Einklang mit staatlichen Standards ausgefertigten ärztlichen Bescheids über das Fehlen von Geschlechtskrankheiten bzw. AIDS verlangt.

Der Arbeitgeber muss für alle im Unternehmen einzustellenden ausländischen Arbeitnehmer eine medizinische Krankenversicherung für die Dauer ihrer Arbeitstätigkeit bzw. für eine kürzere Frist mit der Verpflichtung einer Verlängerung dieser Versicherung nach deren Ablauf abschließen.

Für die Berufe der im Standardverfahren angestellten ausländischen Arbeitnehmer muss der Arbeitgeber eine Quote beschaffen, die durch die jeweils zuständige Behörde genehmigt wird. Diese Quote wird durch das Unternehmen für das jeweils nachfolgende Jahr angefordert; es besteht auch die Option, die Quote des Unternehmensbedarfs an ausländischen Arbeitskräften für das jeweils laufende Jahr zu korrigieren.

Keiner Quotierung unterliegen eine Reihe leitender und anderer Berufe sowie ausländische Arbeitnehmer beliebiger Berufe, die den Status hochqualifizierter Spezialisten besitzen.

Was beinhaltet die Sonderregelungen für "hochqualifizierte Spezialisten" ("HQS") in Russland?

Falls die Entlohnung eines ausländischen Arbeitnehmers in Russland 167 000 Rubel im Monat übersteigt, kann dem betreffenden ausländischen Staatsbürger der Status eines „hochqualifizierten Spezialisten“ („HQS“) zugesprochen werden. Dies versetzt ihn in die Lage, folgende Präferenzen in Anspruch zu nehmen:

  • Kürzere Fristen für die Ausfertigung der Genehmigungsunterlagen (drei bis vier Wochen anstelle von drei bis dreieinhalb Monaten)
  • Die Arbeitserlaubnis und das Arbeitsvisum wird für drei Jahre ausgestellt
  • Die Frist der Migrationsregistrierung eines Ausländers ab Moment der Einreise in die Russische Föderation bzw. des Eintreffens in einem anderen Subjekt der RF beträgt entsprechend 90 bzw. 30 Kalendertage. Zum Vergleich: Für die restlichen Kategorien ausländischer Staatsbürger beträgt diese Frist lediglich sieben Werktage ab Einreise in die RF bzw. Ankunft in einem anderen Subjekt der RF
  • Die Höhe der Einkommenssteuer für natürliche Personen beträgt für einen hochqualifizierten ausländischen Spezialisten ab ersten Tag seiner Berufstätigkeit 13 Prozent unabhängig von der Dauer seines Aufenthalts in Russland im letzten Jahr ab Datum des Arbeitsbeginns (für ausländische Arbeitnehmer, die im Standardverfahren abgefertigt werden, gilt der Grundsatz der Steuerresidentschaft; das heißt, dass sie mit 30 Prozent besteuert werden, soweit sie sich im letzten Jahr vor Beginn ihrer Arbeitstätigkeit weniger als 183 Tage in Russland aufgehalten hatten)
  • Für einen Mitarbeiter mit HQS-Status werden keine Sozialabgaben abgeführt, die sonst für einen gewöhnlichen, darunter auch ausländischen, Arbeitnehmer 30 Prozent vom Lohn bzw. Gehalt ausmachen

Wie lange ist eine Arbeitserlaubnis für Russland gültig?

Abhängig von der konkreten Situation ist es notwendig eine Arbeitserlaubnis entweder jährlich oder einmal alle drei Jahre zu beantragen.  

Welche Strafen drohen bei Verstößen?

Mögliche Strafen können den Arbeitgeber (juristische Person), den zuständigen Mitarbeiter des Unternehmens sowie den ausländischen Staatsbürger betreffen.

Die Geldbußen betragen:

  • für den Arbeitgeber zwischen 400 bis 500 Tausend Rubel (etwa 8.000 Euro)
  • für den zuständigen Mitarbeiter 40 bis 50 Tausend Rubel (etwa 800 Euro)
  • für den ausländischen Arbeitnehmer zwischen 2000 bis 5000 Rubel (80 Euro) mit oder ohne Ausweisung des ausländischen Staatsbürgers.

Im Falle einer Regelverletzung trägt die Verantwortung der zuständige Mitarbeiter für jeden ausländischen Staatsbürger in seiner Organisation.

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