Hilfe bei Zollfragen in Russland

Die Zollexperten der AHK Russland beraten und unterstützen Sie bei der Wareneinfuhr nach Russland und helfen bei Schwierigkeiten mit der Zollabfertigung.

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Um Zollanfragen schnell und direkt zu bearbeiten, haben die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer und der Föderale Zolldienst Russlands eine gemeinsame Plattform für Zollanfragen für AHK-Mitglieder eingerichtet, gleichsam Ihren „direkten Draht“ zum FTS. So können Sie schnell ihre Fragen zur Zollabfertigung in Russland stellen und Problemfälle melden. Wir leiten die Informationen direkt an den Föderalen Zolldienst weiter. 

Hintergrund: Eine Initiative der AG für Zollfragen

Durch gemeinsame Anstrengungen der AHK-Arbeitsgruppe für Zoll-, Transport- und Logistikfragen und des Föderalen Zolldienstes (FTS) wurde auf der AHK-Website ein Anfrageformular eingerichtet, über das die AHK-Mitglieder ihre Schwierigkeiten beim Zoll melden können. Die über die Zollanfragen-Webseite eingehenden Informationen werden in zusammengefasster Form regelmäßig an unsere Kontaktpersonen beim FTS weitergeleitet.

Die wichtigsten zuständigen FTS-Stellen sind in erster Linie die Hauptverwaltung für Zollkontrolle nach Warenfreigabe, die Verwaltung für Handelseinschränkungen, Devisen- und Exportkontrolle sowie die Verwaltung für Warennomenklatur. An andere Verwaltungen des Zolldienstes gerichtete Anfragen werden durch unsere FTS-Kontaktpersonen auf dem innerbehördlichen Dienstweg an die jeweils fachlich zuständigen Stellen weitergeleitet werden.

Experten der AHK-Arbeitsgruppe, die an der Umsetzung dieser Initiative mitgewirkt haben, erhoffen sich durch die Einrichtung der Zollanfragen-Webseite eine flexiblere und effizientere Zusammenarbeit mit den russischen Zollbehörden. So haben Unternehmen die Möglichkeit, ihre Fragen zur Zollabfertigung schneller und effektiver zu lösen. Die AHK Russland rechnet mit aktiver Teilnahme ihrer Mitgliedsunternehmen am Betrieb der Webplattform für Zollanfragen.

Arbeitsgruppe für Zoll-, Transport- und Logistikfragen

Wir freuen uns auch, Ihnen unsere vor Jahren eingerichtete Arbeitsgruppe für Zoll-, Transport- und Logistikfragen vorstellen zu dürfen. Die Sitzungen der Arbeitsgruppe finden monatlich am vierten Donnerstag statt. Fachkundige Experte aus AHK-Mitgliedsfirmen sowie eingeladene Experten tauschen sich über die wichtigsten Angelegenheiten in Sachen Zollabfertigung und in weiteren relevanten Bereichen aus, erörtern gemeinsam Gesetznovellen und neue Normen in technischen Regelwerken im Zoll-, Transport- und Logistikrecht.  

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FAQ: Zoll und Zertifizierung in Russland

Technische Regulierung oder der GOST-Standard – was ist zu beachten?

Im Ergebnis weitreichender Reformierung des Systems der technischen Regulierung wurden in Russland die zahlreichen GOST-Standards durch technische Regelwerke abgelöst – Dokumente, die verbindliche Anforderungen an Objekte der technischen Regulierung (Produkte, Bauten, Produktions-, Betriebs-, Lagerungs-, Transport- und Vertriebsobjekte) festlegen. Im Gegensatz zu den ISO-, GOST, TU- und sonstigen freiwillig anwendbaren Standards, haben die Regelwerke verbindlichen Charakter.

Der Begriff „Technisches Regelwerk“ wurde ursprünglich im Gesetz „Über die technische Regulierung“ definiert, das bereits 2003 in Kraft trat. Laut diesem Gesetz sollten dutzende von tausenden GOST-Standards und SanPiN-Normen durch einige hundert technische Regelwerke ersetzt werden.

Bis Ende 2015 wurden rund 60 technische Regelwerke genehmigt.

Technische Regelwerke der Zollunion

Russland, Belarus und Kasachstan haben im Rahmen der Zollunion (und gegenwärtig – der EAWU) aktiv daran gearbeitet, ein für alle drei Länder einheitliches System der technischen Regulierung zu entwickeln. Die Länder überlassen ihre Kompetenzen hinsichtlich der Verabschiedung technischer Regelwerke an die Eurasische Wirtschaftskommission. Im Moment des Wirksamwerdens technischer Regelwerke der Zollunion (ЕАWU) mit direkter Wirkung, verlieren einschlägige nationale Normen ihre Gültigkeit.

Im Rahmen der Zollunion verabschiedete technische Regelwerke gelten weiter, soweit im Rahmen der EAWU keine technischen Regelwerke für die gleichen Produkte verabschiedet werden.

Zwecks Gestaltung einer gesetzlichen Normenbasis der Zollunion (ЕАWU) im Bereich der technischen Regulierung wurde ein einheitliches Verzeichnis von Produkten festgelegt, für die im Rahmen der suprastaatlichen Union verbindliche Vorschriften eingeführt werden. In Bezug auf die restlichen Produkte, die in diesem Verzeichnis nicht aufgeführt sind, ist die Einführung obligatorischer Vorschriften nicht zulässig.

In der Praxis unterliegt ein wesentlicher Teil aller auf das Territorium der Zollunion eingeführten Waren obligatorischer Zertifizierung. Wegen der Eigenart und Kompliziertheit der technischen Regelwerke kann nur ein Spezialist feststellen, ob das jeweilige Produkt der Zertifizierung unterliegt und welches technische Regelwerk auf dieses Produkt anwendbar ist. So manches Produkt unterliegt sogar obligatorischer Zertifizierung im Einklang mit zwei und mehr technischen Regelwerken.

Um prüfen zu können, ob Ihre Produkte einer Zertifizierung bedürfen, sollten Sie sich mit professionellen Zertifizierungsexperten und Spezialisten im Bereich der technischen Regulierung in Verbindung setzen. Die Auslandshandelskammer wird ihnen gern das Verzeichnis dieser Firmen zur Verfügung stellen, die Mitglieder der AHK sind.

Inzwischen sind rund 60 technische Regelwerke in Kraft; das Verzeichnis der bereits geltenden Dokumente finden Sie (in russischer Sprache) auf der offiziellen Webpage von RosStandard.

Wie funktioniert die Zollabfertigung in Russland?

Obwohl ausländische Unternehmen Waren in die Russische Föderation liefern dürfen, sind ausschließlich in der Russischen Föderation registrierte Firmen zur Zollabfertigung dieser Lieferungen zugelassen.

Wenn eine russische Firma als Partei eines Kauf- bzw. Liefervertrags mit einer ausländischen Firma die Zollabfertigung übernimmt, ist sie berechtigt, nicht nur rein formell de jure, sondern auch de facto bei der Verzollung der Ware als Agent aufzutreten.

Falls eine deutsche Firma als Vertragspartei für die Zollabfertigung zuständig ist, tritt formell eine russische Firma als Agent auf – eine dritte Partei, mit der ein Vertrag über die Verzollung von Lieferungen abgeschlossen wird. In der Regel ist dies ein Zollbroker, der diese Leistungen auf regulärer Basis erbringt. Die deutsche Firma ist ggf. als Vertragspartei verpflichtet, dem Zollbroker sämtliche Exportunterlagen zum Vertrag in russischer Übersetzung einschließlich des Herkunftszertifikats der Ware zur Verfügung zu stellen und bereit zu sein, dem russischen Zoll auf dessen Anforderung zusätzliche Unterlagen vorzulegen, die die Einfuhr der fraglichen Waren auf das Territorium der Russischen Föderation betreffen.

Wir möchten Sie auch darauf hinweisen, dass Zollbroker in der Regel keine Logistikaufgaben und keine Warenzertifizierung übernehmen. Diese Aspekte erfordern separate Absprachen mit Firmen, die solche Leistungen anbieten. Ansprechpartner

Wann braucht man eine Lizenz bei der Ein- und Ausfuhr von Waren?

Für einzelne Kategorien von Waren bedarf es jeweils einer Lizenz bzw. Genehmigung für deren Ein- bzw. Ausfuhr auf das bzw. vom Territorium der Russischen Föderation. Diese Lizenzen werden durch Behörden ausgestellt, die jeweils für die Kontrolle entsprechender Verwendungsbereiche der betreffenden Waren zuständig sind. Diese Waren werden durch zuständige Stellen einer staatlichen Begutachtung unterzogen, die die Rechtmäßigkeit ihrer Ein-bzw. Ausfuhr auf bzw. vom Territorium der Russischen Föderation bestätigt. Zu diesen staatlichen Stellen zählen:

  • Föderaler Dienst für technische und Exportkontrolle (FSTEK Rossii)
  • Kommission für Exportkontrolle der Russischen Föderation (KEK Rossii)
  • Föderaler Dienst für militärtechnische Zusammenarbeit (FSWTS Rossii)
  • Zentrum für Lizenzierung, Zertifizierung und Schutz von Staatsgeheimnissen des Föderalen Sicherheitsdienstes der RF (ZLSS FSB Rossii) und andere Behörden

Der Föderale Dienst für technische und Exportkontrolle erteilt unter anderem Lizenzen für die Einfuhr von Waren und Technologien, die in den Listen der Kontrolle unterliegenden Waren und Technologien eingetragen sind, so etwa von Ausrüstungen, Material und Technologien, die sich für den Bau von Raketenwaffen verwenden lassen, Ausrüstungen und Material doppelter Zweckbestimmung, darunter auch im nuklearen Bereich, Mikroorganismen  und Toxinen, die für die Schaffung biologischer Waffen geeignet sind, sowie Chemikalien und Ausrüstungen, die für die Schaffung chemischer Waffen dienen können.

Genehmigungen der Kommission für Exportkontrolle werden unter anderem für die Ausfuhr von der Kontrolle unterliegenden Waren bzw. Technologien in Form von technischen Daten aus der RF zwecks vorübergehender Verwendung auf dem Territorium eines anderen Staates mit obligatorischer nachfolgender Rückführung auf das Territorium der RF erteilt. Diese Genehmigung kann auch benötigt werden, falls ein russischer Teilnehmer außenwirtschaftlicher Tätigkeit Grund zur Vermutung hat, die fraglichen Waren (Technologien), die durch keine Kontrollverzeichnisse erfasst sind, könnten im Ausland zum Bau von Massenvernichtungswaffen und anderen Waffenarten verwendet werden.

Mit Gutachten des Föderalen Dienstes für militärtechnische Zusammenarbeit wird die Zuordnung (bzw. Nichtzuordnung) aus- bzw. einzuführender Waren zu Gütern militärischer Zweckbestimmung nachgewiesen.

Das Zentrum für Lizenzierung, Zertifizierung und Schutz von Staatsgeheimnissen des Föderalen Sicherheitsdienstes der RF ist für die Notifizierung – die Regelung der Einfuhr auf das Territorium der RF und der Ausfuhr von Verschlüsselungsmitteln und speziellen technischen Mitteln für die vertrauliche Beschaffung von Information vom Territorium der RF zuständig. 

Importe: Was hat es mit der Warennomenklatur auf sich?

Wir werden häufig gefragt, was für die Einfuhr dieser oder jener Ware zu bezahlen ist und welche Unterlagen (Zertifikate, Konformitätserklärungen, Lizenzen usw.) dazu erforderlich sind. Um derartige Fragen beantworten zu können, erkundigen wir uns immer nach dem Code der Warennomenklatur der Außenwirtschaft.

Die Warennomenklatur der Außenwirtschaft ist ein Klassifizierungssystem für Waren, das durch russische Zollbehörden und Teilnehmer außenwirtschaftlicher Tätigkeit für die Zollabfertigung angewandt wird. Die Zollnomenklatur der Außenwirtschaft der Zollunion wurde durch die Kommission der Zollunion unter direkter Mitwirkung des Föderalen Zolldienstes der RF erlassen. Die Warennomenklatur der Außenwirtschaft der Zollunion stellt ein System der Warenklassifizierung dar, das dazu dienen soll, die betreffende Ware zu kodifizieren und deren Verzollung zu vereinfachen. Ihre aktuelle Fassung trat ab 01. Januar 2010 in Kraft.

Die Warennomenklatur der Außenwirtschaft der Zollunion baute auf das harmonisierte System der Weltzollorganisation, das als Basis für die Warenklassifizierung der Europäischen Union gedient hatte. Dies erklärt die strukturelle Ähnlichkeit beider Dokumente sowie die wesentlichen Übereinstimmungen in den Codes der Warennomenklatur der Außenwirtschaft.

Jede nach Russland eingeführte Ware besitzt einen zehnstelligen (manchmal vierzehnstelligen) Code, der bei der Deklarierung der Ware und bei der Berechnung der Zollgebühren angewandt wird. Die gesamte Warennomenklatur der Außenwirtschaft besteht aus 21 Titeln, 99 Gruppen und über 10 000 Waren mit zehnstelligem Code. Der zehnstellige Warencode der Außenwirtschaft setzt sich gemäß Warennomenklatur wie folgt zusammen:

  • die ersten zwei Ziffern identifizieren die Warengruppe der Warennomenklatur der Außenwirtschaft
  • die ersten vier Ziffern identifizieren die Warenposition
  • die ersten sechs Ziffern identifizieren die Waren-Subposition
  • die ersten zehn Ziffern sind der volle Warencode, der in der Zollerklärung angegeben wird

Der Code der Warennomenklatur der Außenwirtschaft wird durch den Versender angegeben. Die Richtigkeit des gewählten Codes wird durch die Zollbehörden kontrolliert. Hauptkriterien bei der Klassifizierung eines Produkts sind das Material, aus dem es gefertigt ist, die Funktionen, die es erfüllt und der Bearbeitungsgrad des Produkts.

Der zugewiesene Warencode wird durch die Zollbehörden zur Berechnung der Zollgebühren und zur Anwendung von Sondermaßnahmen auf die betreffende Ware verwendet, soweit diese durch die Warennomenklatur der Außenwirtschaft bzw. durch andere Rechtsnormen der Gesetzgebung Russlands bzw. der Eurasischen Wirtschaftsunion vorgesehen sind.

Mit der Struktur der Warennomenklatur der Außenwirtschaft der Zollunion können Sie sich unter http://www.eurasiancommission.org/ru/act/trade/catr/ett/Pages/default.aspx  vertraut machen.

Darüber hinaus können Sie alle Anforderungen an konkrete Warengruppen auf der Sonderseite http://www.alta.ru/ett/ nachlesen.

Warum müssen Waren mit dem einheitlichen EAC-Konformitätszeichen markiert werden?

Gegenwärtig müssen alle gemäß technischen Regelwerken der Zollunion zertifizierungspflichtigen ausländischen Waren mit dem einheitlichen Konformitätszeichen ЕАС markiert werden. Die Markierung belegt die Übereinstimmung eines Produkts mit den Vorgaben des jeweiligen technischen Regelwerks. Ohne diese Markierung ist keine Einfuhr der fraglichen Waren auf das Territorium der Zollunion möglich. Das ЕАС-Zeichen wird direkt auf das Produkt bzw., falls dies nicht möglich ist, auf die Verpackung bzw. auf Begleitunterlagen aufgetragen. Markierung von Waren ist häufig technologisch schwierig und kostenaufwendig. Darüber hinaus bleibt es für viele Teilnehmer außenwirtschaftlicher Tätigkeit immer noch unklar, welche Stellen berechtigt sind, die Markierung zu prüfen und ob es etwa im Ermessen der Zollorgane liegt, die Einfuhr von Waren auf das Territorium der Zollunion bei fehlender Markierung zu untersagen). Es fehlt auch an einheitlicher Auffassung, ob es erforderlich sei, Ware vor der Zollabfertigung (darunter auch in Zolllagern für vorübergehende Verwahrung) zu markieren oder ob diese Markierung vor der unmittelbaren Veräußerung der Ware bereits auf dem Gebiet der Zollunion möglich sei. Es bleibt auch eine Reihe weiterer Unklarheiten und rechtlicher Lücken übrig.

Vorschlag der АНК:

Durchführung gemeinsamer Konsultationen mit Vertretern der Eurasischen Wirtschaftskommission (Department Technische Regulierung und Akkreditierung), in deren Kompetenzbereich die Anwendung der Normen obligatorischer Markierung auf das Gebiet der Zollunion eingeführter Waren mit dem einheitlichen Konformitätszeichen EAC liegt. 

Anwendung des neuen Systems

Ausführlicher zum ЕАС-Zeichen und zur Markierung von Waren insgesamt

Die Kommission der Zollunion fasste am 15. Juli 2011 den Beschluss № 711 „Über das einheitliche Zeichen für den Warenverkehr auf dem Markt der Mitgliedsstaaten der Zollunion“, mit dem als einheitliches Warenverkehrszeichen der Zollunion das s. g. ЕАС-Zeichen eingeführt wurde (EAC = Eurasian Conformity).

Das auf das Produkt aufgedruckte einheitliche Warenverkehrszeichen belegt, dass das betreffende Produkt alle durch die technischen Regelwerke der Zollunion vorgegebenen Prozeduren der Bewertung (Bestätigung) seiner Konformität absolviert hat und den Auflagen aller auf das betreffende Produkt anwendbaren technischen Regelwerke der Zollunion gerecht wird.

Die Markierung mit dem einheitlichen Warenverkehrszeichen erfolgt vor dem Inverkehrbringen des jeweiligen Produkts auf dem Markt der Mitgliedsstaaten der Zollunion.

Die Maße des einheitlichen Warenverkehrszeichens werden durch den Hersteller, eine durch den Hersteller autorisierte Person bzw. den Importeur (Lieferanten) bestimmt, der die Berechtigung zu dessen Verwendung erhalten hat. Die Basisgröße muss mindestens fünf Millimeter betragen. Das einheitliche Warenverkehrszeichen kann in beliebigem Verfahren aufgetragen werden, das dessen präzise und klare Wiedergabe im Verlaufe der gesamten Nutzungs(Haltbarkeits-)dauer des betreffenden Produkts gewährleistet.

Die Hersteller, vom Hersteller autorisierten Personen, Warenimporteure bzw. -lieferanten sind berechtigt, die Produkte mit dem einheitlichen Warenverkehrszeichen zu markieren, falls diese alle durch das jeweils anwendbare technische Regelwerk der Zollunion vorgesehenen Prozeduren der Bewertung (Bestätigung) der Konformität auf dem Territorium eines beliebigen Staates der Zollunion absolviert haben.

Das einheitliche Warenverkehrszeichen wird auf jede Produkteinheit, Verpackung bzw. begleitende Unterlagen aufgetragen. Die Positionierung des einheitlichen Warenverkehrszeichens auf Produkten, Tara (Verpackung) und Unterlagen wird im betreffenden technischen Regelwerk der Zollunion definiert.

In der Praxis wird die Markierung mit dem Warenverkehrszeichen vorgenommen:

  • Durch den Hersteller
  • Durch den Importeur vor Beginn der Zollabwicklung, da die Zollbehörden (ohne dazu allerdings eine gesetzliche Berechtigung zu besitzen) häufig das Vorhandensein des Konformitätszeichens auf der importierten Ware prüfen. Zur Vermeidung von Missverständnissen ist es wünschenswert, das ЕАС-Zeichen sowohl auf das Produkt selbst (bzw. beim Fehlen der technischen Möglichkeit dazu auf dessen Verpackung) wie auch auf die Begleitunterlagen aufzutragen.

Zoll und Logistik: Gilt Carnet TIR auch in Russland?

Die TIR-Carnets – Zolltransit-Dokumente, die Güterbeförderung mit Kraftfahrzeugen in vereinfachtem Modus ermöglichen – haben in Russland keinen einfachen Stand. 

Der russische Föderale Zolldienst veröffentlichte im Sommer 2013 ein Dokument, in dem weitreichende Änderungen hinsichtlich der Verwendung von TIR-Carnets im Gütertransit durch Russland vorgeschlagen wurden. Aufgrund dieses Dokuments fing der russische Zoll an, einseitig eigene Transitregelungen zu implementieren, darunter auch zusätzliche Garantien von Transitfracht-Spediteuren zu verlangen. Damit hob der Föderale Zolldienst die Transitzollkonvention von 1975 über den internationalen Güterverkehr de facto auf und entzog das russische Territorium der Wirkung dieses Dokuments. Die Zollbehörden machten keinen Hehl daraus, dass diese Aktion dazu dienen sollte, die  ASMAP, die Russische Vereinigung der internationalen Spediteure, unter Druck zu setzen, mit der der Föderale Zolldienst den Transitvertrag nicht mehr verlängern wollte.

Die scharfe Reaktion der Spediteure, der internationalen Businessverbände und -organisationen sowie mehrere Entscheidungen russischer Wirtschaftsgerichte, die das Vorgehen des Föderalen Zolldienstes für rechtswidrig erklärten, hatten auf den russischen Zoll kaum eine Wirkung: Die Annahme von TIR-Carnets wurde praktisch auf dem gesamten Territorium der RF bis auf einige Zollstellen im Nordwesten eingestellt.

Nichtsdestotrotz konnte die ASMAP ihre Positionen beibehalten, und die Zollbehörden waren unter dem Druck internationaler Organisationen, darunter auch der Deutsch-Russischen Außenhandelskammer, gezwungen, das Zusammenwirken mit der ASMAP  bei der Bedienung der TIR-Carnets in Russland wieder aufzunehmen. Gegenwärtig gelten die Carnets TIR in der Russischen Föderation ohne jegliche Einschränkungen.

Können Waren temporär mit Carnet ATA eingeführt werden?

Dieses Dokument, das Sie von Ihrer lokalen Industrie- und Handelskammer erhalten können, wird Ihnen ermöglichen, nach Russland vorübergehend eine ganze Reihe von Waren mit vielen Vorteilen einzuführen, und zwar:

1. Die lange Gültigkeitsdauer eines Carnet АТА (ein Jahr) ist ausreichend sowohl für kurzfristige Aktivitäten (Messen, Geschäftsreisen) als auch für länger dauernde Projekte (Montagearbeiten)

2. Ein Carnet АТА ersetzt sämtliche herkömmlichen Zollunterlagen und vereinfacht damit die Wareneinfuhr

Ein Mangel am Carnet АТА ist es, dass dieses Dokument nicht von allen russischen Zollstellen akzeptiert wird, deren Liste auf der Webpage des Föderalen Zolldienstes der RF ausliegt. Waren, die Sie mit einem Carnet ATA einführen können:

1. Professionelle Filmausrüstungen und Ausrüstungen für Presse, Rundfunk und Fernsehen einschließlich zusätzlichen Zubehörs.

2. Ausrüstungen für Montage, Erprobung, Inbetriebnahme, Kontrolle, Überprüfung, Wartung bzw. Instandsetzung von Ausrüstungen oder Transportmitteln etc.

3. Für Geschäftszwecke erforderliche Ausrüstungen (wie etwa PCs, Audio-/ Videogeräte)

4. Medizinische Geräte und Instrumente

5. Für Reisen zwecks Fotoaufnahmen erforderliche Ausrüstungen (Fotokameras jeglicher Art, Kassetten, Belichtungsmesser, Objektive, Stative, Batterien, Antriebsriemen, Ladegeräte, Monitore, Beleuchtungskörper etc.)

6. Für die Vorführung bzw. Verwendung auf Ausstellungen, Messen, Kongressen und bei anderen derartigen Veranstaltungen bestimmte Waren

7. Container und andere wieder verwendbare Verpackung.

Mehr dazu erfahren Sie bei Ihrer lokalen Handelskammer in Deutschland  bzw. auf den Webpages deutscher Industrie- und Handelskammern (beispielsweise von unseren Kollegen  aus der IHK München und Oberbayern: https://www.ihkmuenchen.de/de/Service/Internationalisierung/Zoll/Carnet-A.T.A.%E2%80%8E/.

Was muss ich bei der Ein- und Ausfuhr von Waren als Privatperson beachten?

In Russland existieren, wie auch in allen anderen Teilnehmerstaaten der Zollunion, mehrere Einschränkungen für die Einfuhr und die Ausfuhr von Waren zum persönlichen Gebrauch durch natürliche Personen, und zwar sowohl Bürger der Russischen Föderation als auch ausländische Staatsbürger.

Einschränkungen für die Ausfuhr aus Russland:

  • Bargeld in Höhe von maximal 10 000 US-Dollar
  • Kulturwerte (Genehmigung des Kulturministeriums erforderlich)
  • Waffen und Munition (polizeiliche Genehmigung erforderlich)
  • Betäubungsmittel und psychotrope Wirkstoffe als Arzneimittel aufgrund von medizinischen Indikationen bei Vorliegen entsprechender Unterlagen (Rezepte)
  • Fisch und Meeresfrüchte (außer Störkaviar) in Mengen über fünf Kilogramm
  • Störkaviar in Mengen über 250 Gramm
  • Einige weitere Warenkategorien

Einschränkungen für die Einfuhr nach Russland:

  • Waren mit einem Gesamtzollwert von mehr als  10 000 Euro und/oder einem Gesamtgewicht von mehr als  50 Kilogramm
  • Mitgeführtes Bargeld von summarisch 10 000 US-Dollar
  • Kulturwerte
  • Waffen und Munition (polizeiliche Genehmigung erforderlich)
  • Alkoholische Getränke in einer Gesamtmenge von drei Litern
  • Tabak und Tabakwaren in einer Menge von 200 Zigaretten oder 50 Zigarren oder 250 Gramm Tabak
  • Einige weitere Warenkategorien

Bei Überschreiten von Höchstgrenzen werden von der betreffenden natürlichen Person folgende Zollgebühren erhoben:

1. Einheitsgebühr von 30 Prozent des Zollwertes der Ware, jedoch mindestens vier Euro je Kilogramm Warenmasse bezogen auf die Warenmenge, die über die Wertnorm von  10 000 Euro und/oder die Gewichtsnorm von 50 Kilogramm hinausgeht

2. Einheitsgebühr von 10 Euro je Liter bezogen auf die über die quantitative Norm von drei Litern hinausgehende Menge bei der Einfuhr von alkoholischen Getränken in einem Volumen von drei bis fünf Litern. 

Für mehr Details empfehlen wir das spezielle Portal des Föderalen Zolldienstes der RF für natürliche Personen (in Russisch).

Bitte beachten Sie, dass für den Versand von Waren mit internationaler Post an natürliche Personen völlig andere Regelungen gelten: Zulässig ist gebührenfreier Versand von Waren an jeweils eine Person binnen einem Monat im Werte von 1000 Euro und /oder einem Gewicht von maximal 31 Kilogramm. Beim Überschreiten dieser Norm wird eine Zollgebühr in Höhe von  30 Prozent des Zollwertes der Ware, jedoch mindestens vier Euro je Kilogramm Übergewicht erhoben. Über die Regeln des Postversands von Waren nach Russland einschließlich der Einschränkungen und Verbote können Sie sich auf der Webpage der russischen Zollbehörde informieren.