Verträge mit russischen Partnern

Ist es erforderlich, mit dem russischen Geschäftspartner einen Vertrag zu schließen?

Unbedingt. Eines schriftlichen Vertrags bedarf es aus mehreren Gründen:

1. Ihr russischer Partner wird Ihnen zwecks Vertragsabschluss alle ihn betreffenden wesentlichen Daten zur Verfügung stellen und zwar die Steuernummer (INN), die Registernummer (OGRN), die Daten des Geschäftsführers und der zur Vertragsunterzeichnung ermächtigten Person, seine Anschrift und seine Kontoverbindungen. Mit diesen Daten können Sie die Zuverlässigkeit Ihres Vertragspartners  umgehend anhand öffentlich zugänglicher Quellen prüfen, so etwa auf der Webpage der russischen Steuerbehörden unter: egrul.nalog.ru. Sollte für Sie eine Überprüfung Ihrer Partner aus eigener Regie nicht möglich sein, würden wir uns freuen, Ihnen ein umfassendes Rechts- und Kreditprofil des betreffenden Unternehmens als unsere Dienstleistung vorzulegen.

2. Sie sollten sich nicht wundern, wenn Ihr russischer Partner auf den Abschluss eines Vertrags besteht. Er kann den Vertrag gleich bei mehreren Behörden und Institutionen gebrauchen und zwar beim Zoll (bei der Zollabfertigung von Waren), in seiner Bank (bei Zahlungsüberweisungen für Ihre Waren bzw. Leistungen), bei den Steuerbehörden (für seine Berichtserstattung). Die russischen Kontrollorgane gehen formalistisch vor: Für jede Aktivität einer Firma wird häufig ein Dokument gefordert. 

3. Der Vertrag ist ein wichtiges Instrument für den Schutz Ihrer eigenen Rechte und zwar vor allem vor Gericht. Das Vorliegen eines schriftlichen Vertrags gestattet häufig, den Streit  in einem vorgerichtlichen, dem so genannten Beschwerdeverfahren zu regeln. Der wichtigste Aspekt ist hier die Festlegung des Gerichtsstands – Sie sollten beachten, dass die Vertragsparteien das geltende Recht und den Gerichtsstand selbständig wählen können.