Vorgaben für ausländische Arbeitnehmer

So gut wie alle in der Russischen Föderation tätigen ausländischen Staatsbürger müssen eine Arbeitserlaubnis und ein Arbeitsvisum besitzen. Diese Regelung sieht nur einige wenige Ausnahmen vor, und zwar für:

  • Staatsbürger von Belarus und Kasachstan
  • Ausländer, die eine Aufenthalts- bzw. Niederlassungserlaubnis für Russland besitzen
  • Beschäftigte ausländischer Organisationen, die Arbeiten zur Montage und Inbetriebsetzung von Ausrüstungen auf dem Territorium der Russischen Föderation, Service- und Garantieleistungen sowie nach Ablauf der Garantiefrist Reparaturarbeiten an nach Russland gelieferten technischen Ausrüstungen ausführen, sowie einige weitere Kategorien ausländischer Staatsbürger.

Bitte beachten Sie, dass ausländische Mitarbeiter der in der Russischen Föderation akkreditierten Repräsentanzen und Filialen ebenfalls eine Arbeitserlaubnis und ein Arbeitsvisum besitzen müssen. Die Arbeitserlaubnis und das Arbeitsvisum werden für ausländische Arbeitnehmer für jeweils 12 Monate ausgestellt. Für deren Beschaffung ist der Arbeitgeber zuständig. Falls die Entlohnung eines ausländischen Arbeitnehmers 167 000 Rubel im Monat übersteigt, kann dem betreffenden ausländischen Staatsbürger der Status eines „hochqualifizierten Spezialisten“ („HQS“) zugesprochen werden. Dies versetzt ihn in die Lage, folgende Präferenzen in Anspruch zu nehmen:

  • Kürzere Fristen für die Ausfertigung der Genehmigungsunterlagen (drei bis vier Wochen anstelle von drei bis dreieinhalb Monaten)
  • Die Arbeitserlaubnis und das Arbeitsvisum wird für drei Jahre ausgestellt
  • Die Frist der Migrationsregistrierung eines Ausländers ab Moment der Einreise in die RF bzw. des Eintreffens in einem anderen Subjekt der RF beträgt entsprechend 90 bzw. 30 Kalendertage. Zum Vergleich: Für die restlichen Kategorien ausländischer Staatsbürger beträgt diese Frist lediglich sieben Werktage ab Einreise in die RF bzw. Ankunft in einem anderen Subjekt der RF
  • Die Höhe der Einkommenssteuer für natürliche Personen beträgt für einen hochqualifizierten ausländischen Spezialisten ab ersten Tag seiner Berufstätigkeit dreizehn Prozent unabhängig von der Dauer seines Aufenthalts in der RF im letzten Jahr ab Datum des Arbeitsbeginns (für ausländische Arbeitnehmer, die im Standardverfahren abgefertigt werden, gilt der Grundsatz der Steuerresidentschaft; das heißt, dass sie mit 30 Prozent besteuert werden, soweit sie sich im letzten Jahr vor Beginn ihrer Arbeitstätigkeit weniger als 183 Tage in Russland aufgehalten hatten)
  • Für einen Mitarbeiter mit HQS-Status werden keine Sozialabgaben abgeführt, die sonst für einen gewöhnlichen, darunter auch ausländischen, Arbeitnehmer 30 Prozent vom Lohn bzw. Gehalt ausmachen

Es ist wichtig zu berücksichtigen, dass im herkömmlichen Verfahren angestellte ausländische Arbeitnehmer Kenntnisse der russischen Sprache, der Geschichte Russlands und der Gesellschaftskunde nachweisen müssen, was mit einem Zertifikat in vorgeschriebener Form belegt wird. Eine Ausnahme bilden ausländische Staatsbürger, die Hochschulbildung in der RF bzw. UdSSR erhielten. Darüber hinaus wird bei der Anstellung ausländischer Staatsbürger im Standardverfahren die Beschaffung eines gleichfalls im Einklang mit staatlichen Standards ausgefertigten ärztlichen Bescheids über das Fehlen von Geschlechtskrankheiten bzw. AIDS verlangt.

Der Arbeitgeber muss für alle im Unternehmen einzustellenden ausländischen Arbeitnehmer eine medizinische Krankenversicherung für die Dauer ihrer Arbeitstätigkeit bzw. für eine kürzere Frist mit der Verpflichtung einer Verlängerung dieser Versicherung nach deren Ablauf abschließen.

Für die Berufe der im Standardverfahren angestellten ausländischen Arbeitnehmer muss der Arbeitgeber eine Quote beschaffen, die durch die jeweils zuständige Behörde genehmigt wird. Diese Quote wird durch das Unternehmen für das jeweils nachfolgende Jahr angefordert; es besteht auch die Option, die Quote des Unternehmensbedarfs an ausländischen Arbeitskräften für das jeweils laufende Jahr zu korrigieren.

Keiner Quotierung unterliegen eine Reihe leitender und anderer Berufe sowie ausländische Arbeitnehmer beliebiger Berufe, die den Status hochqualifizierter Spezialisten besitzen.